04.04.2016, 10:43 Uhr

INTUCOM warnt vor gefährlichem Erpresser-Virus

Armin Sinkovits ist Experte bei allen Wehwehchen von Computern. (Foto: Martin Wurglits)

Ein aggressiver Erpressungs-Trojaner verbreitet sich weiter rasant, Sicherheitsexperten zählten 5800 Neuinfektionen mit dem Windows-Trojaner „Locky“ durch gefälschte E-Mails pro Stunde.

Damit lag die Infektionsrate in Deutschland deutlich vor Ländern wie den Niederlanden (2900) und den USA (2700). Auch das Fraunhofer-Institut in Bayreuth zählte in dieser Woche zu den Opfern. Der Virus legte dort mehrere Dutzend PC-Arbeitsplätze lahm, indem er die Daten auf einem zentralen Server verschlüsselte und damit unbrauchbar machte. Auch die deutsche Stadt Dettelbach wurde von der Virusattacke am falschen Fuß erwischt und musste mangels entsprechender Sicherungsmaßnahmen ein Lösegeld bezahlen. Der Schaden beträgt hier rund 100.000 Euro.

Virenprogramme versagen

Die Erpresser-Mails werden inzwischen auch in korrektem Deutsch geschickt, berichtete ein Sicherheitsexperte. Die Mails werden mit einem Anhang verschickt und geben sich in der Regel als Rechnungen aus. Wie der Experte berichtete, hebelt der Trojaner auch Sicherheitseinstellungen in Microsoft Outlook aus. Durch eine aktuell veränderte Verbreitungsmethode werde der Schädling auch von Antiviren-Programmen derzeit nicht erkannt. „Locky“ ist auch in der Lage, sämtliche Daten zu sperren, die etwa mit einem Cloudspeicher oder über Netzwerke synchronisiert werden.

Auf keinen Fall darauf eingehen

Auf einschlägigen Portalen existiert die Meinung, dass sich terroristische Organisationen über die Lösegeldzahlungen zu finanzieren versuchen. Firma INTUCOM rät, auf keinen Fall auf die Lösegeldforderungen einzugehen, sondern Anzeige zu erstatten. In vielen Fällen würden auch nach einer Zahlung die Daten nicht wieder entschlüsselt.
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