17.05.2016, 12:00 Uhr

Oberwart: Parkplatz vs. Schanigarten

Waghalsige Entladetätigkeiten inmitten des Oberwarter Stadtverkehrs.

Bei schönem Wetter sitzen Gasthausbesucher am liebsten draußen. Doch nicht alle Lokale haben die perfekten Örtlichkeiten für einen Gastgarten.

OBERWART (kv). Im Atrium befinden sich zwei Kaffeehäuser, das Cafe Atrium und Cafe Maximilian. Im Sommer bauen diese ihre Schanigärten auf die davor befindlichen Parkplätze, wodurch vier Parkplätze verbaut werden. Zwischen den beiden Lokalen befindet sich der Laden der Gärtnerei Graf. "Es war vorher ja schon schwierig, meine Waren im Geschäft abzuladen, aber mit den zwei Schanigärten kann ich meinen Lieferwagen für Ladetätigkeiten nur mehr in zweiter Reihe parken."

Entladen mit Hindernissen

Gerade bei dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch den Umbau des Kreisverkehrs ist das nicht ganz ungefährlich. "Ich bin hier der älteste Mieter und wurde nicht einmal gefragt, ob das für mich in Ordnung ist. Natürlich hab ich nichts gegen die Schanigärten, aber hier sollte man doch auf alle schauen", sagt Thomas Graf. Bewilligt wurden die Gastgärten vom Land Burgenland, da diese Straße Landessache ist.

Ein Schanigarten muss sein

Das Cafe Atrium nutzt im Sommer schon seit Jahren den Parkplatz direkt vor dem Lokal. Der frühere Betreiber vom Cafe Caramel nutzte für seinen Gastgarten die Fläche vor dem Eingang ins Atrium. "Das ist aber für die Feuerwehr freizuhalten, weshalb ich für mein Cafe Maximilian einen Schanigarten auf die Parkplätze gebaut habe", erklärt der neue Betreiber Klaus Eder. Aus feuerpolizeilichen Gründen musste der Vorbesitzer täglich seine Möbel wieder abbauen. "Ich bin meinem Nachbarn auch entgegengekommen, denn bewilligt wurde mir die ganze Fläche bis zum Schanigarten der Frau Jenny, ich habe aber ein Stück frei gelassen, damit Herr Graf besseren Zugang zu seinem Laden hat", so der Cafebesitzer. Außerdem mache es keinen Unterschied, denn auch ohne Gastgarten seien die Parkplätze ohnehin den ganzen Tag zugeparkt.

Parkflächen immer besetzt

Dass in Städten die Parkplatzsuche auch mal etwas länger dauern kann, ist bekannt. Die Dienstnehmer brauchen dauerhafte Parkmöglichkeiten und die Kunden und Gäste von Geschäften, Gasthäusern und Ämtern brauchen ebenfalls einen Stellplatz. Nicht zu vergessen sind die Geschäftsinhaber, die eine Möglichkeit brauchen, ihre Waren sicher auszuladen.

Ausmaß unterschätzt

Das Bau- und Betriebsdienstleistungszentrum Süd (BBS) hat den Schanigarten vom Cafe Maximilian unter der Prämisse bewilligt, dass die Stadtgemeinde Oberwart damit einverstanden ist, denn die Parkflächen fallen wiederum in die Zuständigkeit der Gemeinde. "Im Rahmen der Belebung der Innenstadt und aufgrund des Umstandes, dass bis dato alle Cafebetreiber ihre Schanigärten bewilligt bekommen haben, hab ich natürlich auch Herrn Eder diesen bewilligt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht geahnt habe, dass dadurch überhaupt kein brauchbarer Parkplatz mehr übrig bleibt", sagt Bgm. Georg Rosner. Hat man nämlich nicht gerade einen Roller oder einen Smart, ist die verbleibende Parkfläche nicht nutzbar.

Lösungen für die Zukunft

Für dieses Jahr ist es ohnehin zu spät. Die Gastgärten stehen. Bleibt zu hoffen, dass diese Parkplatz-Zwickmühle ein Anstoß für Land und Gemeinde sind, im nächsten Jahr nach besseren Lösungen zu suchen. Und bis dahin genießt Herr Graf vielleicht ab und an die Vorteile der Situation und genehmigt sich nach Feierabend ein Bierchen im Schanigarten seiner Wahl.

Kommentar: Dreimal um den Häuserblock
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