09.04.2016, 10:21 Uhr

FRIDA Entwicklungskooperative präsentiert erste Ergebnisse für Textil-Manufaktur der Zukunft in Oberwart

Nicola Kößler, Anja Schoditsch, LRin Verena Dunst und Renate Holpfer informierten über die geplante Textil-Manufaktur im Raum Oberwart. (Foto: LMS)
OBERWART. Gemeinsam mit Frauenlandesrätin Verena Dunst präsentierte die FRIDA Entwicklungskooperative, ein vom Verein Frauen für Frauen Burgenland initiiertes und vom Land Burgenland finanziell unterstütztes Projekt, heute in Oberwart erste Ergebnisse. Das Projekt dient der Recherche und Evaluierung der Anforderungen an eine innovative, ökonomisch tragfähige Textil-Manufaktur der Zukunft.

Zweck der Kooperation

Damit verfolgt es das übergeordnete Ziel, nachhaltige Arbeitsplätze für arbeitslose Frauen im Südburgenland zu schaffen, was insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Triumph-Schließung in Oberwart zu sehen ist. „Im Zuge der Schließung der Triumph Oberwart haben wir bereits betont, dass wir alles daran setzen werden, dass möglichst viele Mitarbeiterinnen möglichst rasch wieder einen Arbeitsplatz bekommen. Und wir haben zugesichert, dass seitens des Landes, auch entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wir halten unser Wort. Das beweist neben anderen Initiativen auch die finanzielle Unterstützung dieses Projektes. Die Idee, die Projektüberlegungen in ein Unternehmens-Konzept zu gießen, tragen wir vollinhaltlich mit, denn: Wir brauchen echte Lösungen und Perspektiven für die arbeitslos gewordenen Frauen. Und wir arbeiten sehr engagiert daran“, so Dunst.

Erste abgeschlossene Projektphase

Das Projektteam habe sich einen aussagekräftigen Überblick über die deutschsprachige Mode- und Textilbranche, Chancen und Risiken am Markt sowie Stärken und Schwächen von textilproduzierenden Betrieben verschafft, erläuterte Projektleiterin und -koordinatorin Anja Schoditsch die Schwerpunkte der nun abgeschlossenen Projektphase. Man habe sich auch umfassend vernetzt, nicht zuletzt mit potenziellen Auftraggebern und Abnehmern, und sei dabei auf großes Interesse und durchwegs positive Resonanz gestoßen.

Marktbeobachtung zeigt Schwerpunkte

Auf Basis der Recherche habe das Projektteam zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert und systematisch die Handlungsfelder für die mögliche Gründung einer Textil-Manufaktur abgeleitet, so Schoditsch. „Dort wo spezifische Bedürfnisse der Modebranche, z.B. hohe Flexibilität und hochwertige Fertigungsqualität gefragt sind, hat die Textilherstellung im Südburgenland durchaus Zukunft. Eine sogenannte ,Zwischenmeisterei‘, die als Schnittstelle zwischen DesignerInnen und Serienproduktion agiert, gibt es in Österreich nicht.“ Das sei genau das, was die österreichischen Mode-Designer bräuchten, bestätigt Marlene Agreiter von der Austrian Fashion Association in Wien, offizieller Partner für Modeförderung des Bundeskanzleramtes und der Stadt Wien.

Fachausbildung für Arbeitskräfte

Im Rahmen des Projektes wurde zudem eine 4-monatige Fachausbildung, speziell für die ehemaligen Triumph Mitarbeiterinnen, konzipiert und auf zukünftige Anforderungen der Manufaktur zugeschnitten. Die Ausbildung stellt eine Höherqualifizierung für nähbegeisterte Frauen dar und wird neue Berufsperspektiven eröffnen.

Großes Interesse

Die durchwegs positive Resonanz und das hohe Interesse der Mode- und Textil-Szene an dem in der Frauenberatungsstelle Oberwart präsentierten Projekt stimmen zuversichtlich, so das Projektteam. So würden sich vielversprechende und durchaus realistische Erfolgsperspektiven für eine Textil-Manufaktur der neuen Generation in Oberwart abzeichnen.

Zweite Phase

Bis zu einer möglichen Gründung gäbe es noch viel zu tun, betont Schoditsch: „In einer nahtlos anschließenden zweiten Projektphase wird es nun darum gehen, die betriebswirtschaftlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen für eine Unternehmensgründung im Detail zu erarbeiten und damit die Voraussetzungen für die mögliche Entstehung einer Textilmanufaktur zu schaffen.“

Selbst ist die Frau

Die Schließung des Triumph Werkes Oberwart hat Frauen für Frauen Burgenland dazu bewogen, ein Team von unternehmerisch denkenden Frauen zusammenzustellen, um dieses Projekt zu starten. "Wir sind sehr froh, dass dieses Team seine Arbeit, dank der finanziellen Unterstützung des Landes, fortsetzen kann. Denn unser erklärtes Ziel lautet, unbefristete Frauenarbeitsplätze im Südburgenland zu schaffen und zu beweisen, dass dies mit Innovationslust, UnternehmerInnengeist und sozialer Verantwortung auch im Textilbereich möglich ist“, sagt Renate Holpfer, Geschäftsführerin des Vereins Frauen für Frauen Burgenland.
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