21.03.2016, 10:38 Uhr

Landwirtschaftskammer: "Bibermanager soll Schäden dokumentieren"

Hier war der Biber am Werk (Foto: Reischauer)
BEZIRK, OÖ. Aktuell gibt es in Oberösterreich laut Landwirtschaftskammer bereits 800 Biber.
„Durch die starke Ausbreitung in den Gewässern land- und forstwirtschaftlich genutzter Gebiete entstehen zunehmend großflächige Schäden für die Bauern und Forstwirte. So wird die Funktionsfähigkeit von immer mehr behördlich genehmigten Entwässerungsanlagen, die größere Flächen entwässern, durch Aufstauungen beeinträchtigt. Unbefestigte Wege und Flächen werden durch Biberhöhlen unterminiert, wodurch die Unfallgefahr beim Befahren massiv zunimmt“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker.

Und: "Die wirtschaftlichen Schäden für die Land- und Forstwirtschaft werden enorm sein, wenn nicht die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Zudem ergeben sich erhebliche Gefahren und Haftungsrisiken. So wird jeder Benützer einer Straße, die neben einem Gewässer liegt und dessen Ufer mit Bäumen bewachsen ist, damit rechnen müssen, dass ein vom Biber in der letzten Nacht angenagter Baum auf die Straße fällt oder dass diese Straßen aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen. Viele Ortschaften und Häuser, die an einem Bach liegen und wo der Biber oberhalb dieser einen Damm angelegt hat müssen aufgrund der Verklausungsgefahr mit größeren Schäden bei Hochwasser leben. Auch sind viele Hochwasserschutzdämme in OÖ nicht bibersicher, weshalb bei Hochwasser die Funktion dieser Dämme oft nicht mehr entsprechend gewährleistet ist."

Haftungen ausschließen

„Die Landwirtschaftskammer ersucht den Naturschutz-Landesrat Haimbuchner die vom Land OÖ eingesetzten Bibermanager zu beauftragen, dass sie ab sofort alle Gefährdungen und Schäden durch Biber, die ihnen gemeldet werden, dokumentieren. Das Ergebnis der Erhebungen soll den Betroffenen auch zur Stellungnahme übermittelt werden. Wir verlangen, dass den betroffenen Grundbesitzern nicht vermeidbare Schäden ersetzt werden und Haftungen aufgrund der Tätigkeit des Bibers wirksam ausgeschlossen werden“, fordert Präsident Reisecker.
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