17.08.2016, 20:30 Uhr

Von St. Georgen am Walde nach Zentralasien: Praktikum in Kirgistan

In Südkirgistan: Ein Mädchen versorgt Zuschauer eines Kok-Boru-Spiels, bei dem Reiter um eine Ziege kämpfen.

Viktoria Penz wagte sich nach Kirgistan und brachte dort vier Monate lang Studenten Deutsch bei.

ST. GEORGEN AM WALDE, OSCH (up). Vom Mühlviertel nach Zentralasien verschlug es Viktoria Penz heuer im Februar. Nach dem Bachelor-Abschluss in Slawistik und Internationale Entwicklung war die St. Georgnerin auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Über ein Jobinserat fand sie eine Praktikumsstelle in Kirgistan. "Die Robert Bosch Stiftung schickt Lektoren nach Asien, um die deutsche Sprache und Kultur zu vermitteln. Diese werden von Praktikanten unterstützt. Mein Vorteil war, dass ich Russisch spreche, neben Kirgisisch die zweite Amtssprache des Landes", erklärt die 24-Jährige.

Ohne Strom und Wasser
In Osch, einer 255.000-Einwohner-Stadt im Süden der 1991 aus der Sowjetunion hervorgegangenen Republik, unterrichtete Penz Germanistik- und Anglistik-Studenten. Zusätzlich sang die Absolventin des BORG-Musik-Zweiges deutschsprachige Lieder mit dem Chor der Universität. Auch die Bevölkerung und das Land lernte die Praktikantin während ihres viermonatigen Aufenthaltes kennen. "Wer nach Kirgistan kommt, wird auf Händen getragen, da kaum Ausländer hinkommen. Die Leute sind sehr herzlich und offen, ohne Vorurteile." Unterkunft fand die St. Georgnerin bei einer Gastfamilie, die immer wieder einmal Tage ohne Strom und Wasser auskommen musste. "Mithilfe im Haushalt wurde erwartet. Die Männer ließen sich von den Frauen bedienen. Es ist ein muslimisches Land, das merkt man besonders im Süden. Viele Frauen tragen Kopftücher. Es ist dort ungewöhnlich, mit 23 Jahren noch nicht verheiratet zu sein", so Penz.
Auf mindestens ebenso viel Verwirrung stieß ihre vegetarische Ernährung. "Die Menschen essen sehr viel Fleisch. Ich habe dann einfach die Beilagen gegessen." Imponiert habe ihr die Gelassenheit der Kirgisen: "Der Staat funktioniert nicht gut, es gibt keine gute Infrastruktur. Aber die Leute beschweren sich nicht. Der Durchschnittslohn liegt bei 200 Euro. Das Leben ist dort viel schwieriger, aber keiner sudert, während bei uns wegen Kleinigkeiten gejammert wird." Nach einem Zwischenstopp in der Heimat ist der nächste Auslands-Aufenthalt schon fix: Ab September macht Penz in Italien den Master in "Politik und Ökonomie".

Fotos: Viktoria Penz
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