07.08.2016, 07:00 Uhr

Im Bataillon Ehrenberg will man keine Frauen an den Gewehren

Bataillonskommandant Herbert Schweißgut (lI) und Ehrenkommandant Wolfram Vindl halten die aktuelle Diskussion für überflüssig.
AUSSERFERN (rei). Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig (Grüne) hatte laut über die Aufnahme von Frauen als Schützen nachgedacht, seither sind die Schützen eher aufgebracht.
Manche sehen darin eine längst überfällige Debatte, andere nichts anderes, als den Versuch, medial auf sich aufmerksam zu machen: In Tirol ist eine Debatte darüber entbrannt, ob künftig nicht auch Frauen bei den Schützen mit Gewehren mitmarschieren sollten. Das ist diesen bislang aufgrund der Statuten nämlich nicht erlaubt.

"Es wird keine Frauen mit Gewehren bei den Schützen in der Formation geben", stellte Landeskommandant Fritz Tiefenthaler dazu unmissverständlich klar. "Solange ich hier als Landeskommandant bin. Und ich glaube später auch noch." Und er sieht gar keinen Anlass für diese Diskussion, sieht darin eher ein politisches Sommertheater.

Herbert Schweißgut, Kommandant des Bataillons Ehrenberg, stellt sich grundsätzlich hinter diese Ansicht. Er versteht die Aufregung ohnehin nicht: "Ich bin jetzt seit 40 Jahren bei den Schützen. Die Frauen sind in all unseren Gremien vertreten. Nur Gewehre tragen sie nicht. Mir ist aber auch kein Fall bekannt, dass eine Frau das gewollt hätte", versucht er die Debatte zu versachlichen.
Ganz so restriktive wie Tiefenthaler gibt sich Schweißgut aber nicht. "Ich bin ein Mensch, der gerne über alles diskutiert, wenn es gewünscht ist." Sollte bei ihm eine entsprechende Anfrage einlangen, würde er sich einem Gespräch zumindest nicht verwehren, sagt Schweißgut.
Er verweist darauf, dass bei den Schützen die Frauen im Bereich des Schießsports ohnehin zu den Gewehren greifen. Und das sehr erfolgreich. "Die Frauen sind bei uns Schützen gleichwertig mit den Männern. Dass sie nicht mit Gewehren marschieren, ist Tradition und derzeit in den Statuten verankert", hält der Außerferner Bataillonskommandant nocheinmal fest. Dass sich daran etwas ändert, glaubt er daher nicht, "aber ich möchte auch nicht von vorne herein 'Nein' sagen."

Wolfram Vindl ist Ehrenkommandant des Bataillons Ehrenberg. Auch er sieht keine Notwendigkeit, die geltenden Regelungen zu ändern: "Es war nie der Wunsch da, dass eine Frau eine Waffe tragen möchte." Vindl glaubt, da wurde von politischer Seite bewusst Unruhe geschaffen. Einen Bedarf für die nun losgetretene Debatte sieht er jedenfalls nicht.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.