21.07.2016, 09:42 Uhr

Wenn man beim Wandern auf Weidevieh trifft

Beim Wandern sollte man einige Dinge beachten. (Foto: Foto: OÖ Tourismus/Röbl)
BEZIRK. Rund 5000 Kühe verbringen den heurigen Sommer auf einer von mehr als 150 oberösterreichischen Rinderalmen. Die Almen sind ein beliebtes Erholungsgebiet und die Schönheiten der oberösterreichischen Berg- und Hügellandschaft laden viele Touristen und Ausflügler zum Wandern, Entspannen und Genießen von Schmankerln auf den Almhütten ein. Immer wieder kommt es dabei jedoch auch zu gefährlichen Situationen oder Unfällen, weil Wanderern die Gefahren nicht bewusst sind, die sich beim Durchqueren eines Weidegebiets ergeben können.

Freilaufende Rinderherden

„Es ist nicht üblich und auch nicht vorgeschrieben, dass auf den Almen Rinderherden eingezäunt werden müssen. Wanderer haben daher auf der Alm damit zu rechnen, dass die Tiere frei herumlaufen. Die Almbewirtschafter stellen häufig Warntafeln auf, die darauf hinweisen, dass sich auf der Weide Tiere befinden und daher auch mitgeführte Hunde nicht frei laufen, sondern an der Leine gehalten werden sollen. Auch sollen sich Wanderer stets an die vorgegebenen Wege und Beschilderungen halten“, gibt ÖR Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, Tipps, wie man sich beim Wandern verhalten soll.

Unterschiedliche Herden

Auf unseren Almen finden sich unterschiedliche Rinderherden, denen man als Wanderer auch auf unterschiedliche Art und Weise begegnen sollte:

Mutterkühe schützen ihre Jungen
Bei Mutterkuhherden befinden sich die Kühe gemeinsam mit ihren Jungen auf der Alm. Diese Kühe werden nicht gemolken, sondern säugen ihre Kälber. Sie verteidigen und schützen ihren Nachwuchs vor jeder tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahr. Bei diesen Herden ist die allergrößte Vorsicht geboten und man sollte Mutterkühen großräumig ausweichen. Sind auch erwachsene Stiere dabei, ist besondere Vorsicht geboten.

Jungtierherden sind übermütig

Jungtierherden sind quasi die „Teenager“ unter den Rindern. Sie sind ausgelassen, bewegungsfreudig und neugierig. Beim Kontakt mit ihnen kann es rasch zu unkontrollierten Bewegungen und Unfällen kommen.
Milchkuhherden sind an Menschen gewohnt
Kühe, die auch auf der Alm täglich gemolken werden, sind an Menschen gewöhnt. Trotzdem können sie eine Annäherung unbekannter Wanderer oder plötzliche Bewegungen als bedrohlich erleben.

Tipps, um Gefahren zu verhindern:

■ Als Wanderer sollte man weidenden Tieren nicht zu nahe kommen und auch nicht versuchen, Kühe oder Kälber zu streicheln oder zu füttern. Die Tiere könnten auch das als möglichen Angriff missinterpretieren.
■ Am besten ist es, weidenden Tieren großräumig auszuweichen, insbesondere dann, wenn eine Herde unruhig ist.
■ Bei Wanderungen durch Weidegebiete sollten Hunde am besten überhaupt nicht mitgenommen werden. Ist der Hund dabei, sollte er an der Leine geführt werden, damit er einer Rinderherde nicht zu nahe kommt. Nur dann, wenn ein Angriff eines Rindes abzusehen ist, soll der Hund abgeleint werden, damit er dem Angriff des Tieres ausweichen kann und dadurch vielleicht auch das Rind vom Menschen ablenkt.
■ Kommt es trotzdem zu gefährlichen Situationen gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht davon zu laufen, sondern langsam und stetig aus der Gefahrenzone zu gehen, ohne den Tieren dabei den Rücken zuzukehren. Nur im absoluten Notfall kann versucht werden, mit einem gezielten Schlag mit einem Stock auf die Nase des Rindes einen Angriff abzuwehren.
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