07.09.2016, 00:00 Uhr

13 Flüchtlinge als Lehrlinge – Beratungen werden fortgesetzt

Farzad Abondalah ist Lehrling im Bezirksaltenheim Haslach. Der SHV hat außerdem zwei Flüchtlinge zur einjährigen Berufsorientierung aufgenommen. Links: Küchenchef Josef Auberger. (Foto: Foto: Schörgenhuber)

Berufs-Beratungstage für junge Flüchtlinge werden fortgesetzt.

BEZIRK. Die Wirtschaft setzt verstärkt auf junge Asylwerber als zukünftige Fachkräfte. "Wir wollen die guten Lehrlinge und künftigen Fachkräfte im Bezirk halten und nicht nach Linz abwandern lassen", sagt WK-Bezirksstellenobmann Herbert Mairhofer. 111 offene Lehrstellen sind derzeit beim Arbeitsmarktservice Rohrbach gemeldet. 65 davon sind sofort zu besetzen – es gibt aber nur 17 vorgemerkte Lehrstellensuchende.

Beratungstage

Die Bezirkshauptmannschaft mit dem Sozialhilfeverband, das AMS und die Wirtschaftskammer gehen daher einen gemeinsamen Weg. Sie bieten wieder Beratungstage an. Im Frühjahr konnten so 13 junge Flüchtlinge erfolgreich in Beschäftigung gebracht werden. Am 14. und 15. September gibt es deshalb eine Wiederholung der Beratungen. Flüchtlinge von 16 bis 25 Jahren können sich über die Möglichkeit einer Lehre informieren und einen Fragebogen ausfüllen. So können später die Interessen und passende bzw. verfügbare Jobs dazu besser abgestimmt werden.

Schnuppertag im Poly

Bei einem Schnuppertag, der im Oktober in der Polytechnischen Schule stattfinden wird (Termin ist noch nicht fixiert), können sie praktische Fertigkeiten testen und ihre Fähigkeiten zeigen. Dort und auch bei den Beratungstagen hoffen Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner, AMS-Chefin Michaela Billinger und WKO-Obmann Herbert Mairhofer auch, dass sich einige Unternehmer vor Ort ein Bild von potenziellen Lehrlingen machen.

Schnuppern nicht erlaubt

"Problematisch ist nämlich, dass es Flüchtlingen gesetzlich nicht erlaubt ist, in Betrieben zu schnuppern", sagt Herbert Mairhofer. Deshalb wurde diese Möglichkeit in der Polytechnischen Schule geschaffen. Die Wirtschaftskammer setzt sich aber auch für eine Gesetzesänderung ein.

Integration ist das Ziel

"Uns geht es in diesem Projekt in erster Linie um eine erfolgreiche Integration der Asylwerber. Das dient der Sicherheit im Bezirk", sagt Bezirkshauptfrau und SHV-Obfrau Wilbirg Mitterlehner. Sie will auch dazu beitragen, dass die Flüchtlinge raus aus der Mindestsicherung kommen und so volkswirtschaftlich gespart werden kann.

Sprache ist das Problem

"Das größte Handicap für eine erfolgreiche Vermittlung ist die Sprache", weiß Michaela Billinger. Sie hofft aber, dass über den Sommer einige junge Asylwerber ihre Deutschkurse besucht haben und jetzt bessere Chancen haben, eine Lehrstelle in einem Mangelberuf zu bekommen. Denn nur dort ist es Flüchtlingen erlaubt, eine Lehre zu beginnen.

Zur Sache:
Im

Bezirk Rohrbach

haben 2015 85 Menschen Mindestsicherung bezogen, sieben davon waren Asylwerber. Heuer beziehen 100 Menschen Mindestsicherung, 15 davon sind Flüchtlinge.

Für Asylwerber

finden in den nächsten Wochen zudem drei ganztägige Werte- und Orientierungskurse statt. Termine: 12. und 13. September sowie 24. Oktober in der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach.
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