29.09.2016, 13:31 Uhr

Ein Bus der sozialen Wärme

Paul Beyer (Vorstand Verein "Respekt.net), Andrea Eder-Gitschthaler ( UNIQA ), Herbert Geschwendtner ( Schirmherr, Rollende Herzen - verteilen statt wegwerfen), Tina Widmann ( Obfrau Rollende Herzen - verteilen statt wegwerfen), Peter Humer ( UNIQA Landesdirektor) (Foto: Neumayr)

Die "Rollenden Herzen" wurden zu "Salzburgs Ort des Respekts 2016" gekürt.

SALZBURG (lg). Ein Bus, vollgepackt mit Lebensmitteln, Herzlichkeit und sozialer Wärme – so lässt sich der Bus der Initiative "Rollende Herzen" beschreiben, bei der Ehrenamtliche unter dem Motto "Verteilen statt Wegwerfen" Nahrungsmittel und andere Gebrauchsgegenstände, die sonst im Müll landen würden, kostenlos an die Bevölkerung verteilen. Die Lebensmittelspenden werden von Ehrenamtlichen in der Früh bei den Lebensmittelmärkten abgeholt, überprüft, sortiert und für die kostenlose Abholung für sozial bedürftige Menschen in den einzelnen Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Herzerlbus rollt von Ort zu Ort

"Mit dem Herzerlbus, wie wir ihn liebevoll nennen, gelingt es uns Brücken zu bauen und Solidarität in der Bevölkerung zu schaffen. Eines unserer Hauptziele ist es, Menschen in schwierigen finanziellen Situationen beizustehen. Wertschätzung und Respekt sind dabei unserer oberste Prämisse", erzählt Ex-Landesrätin Tina Widmann, die den Verein "Rollende Herzen" initiiert hat. Jetzt wurden die "Rollenden Herzen" in der Uniqa-Landesdirektion als "Salzburger Ort des Respekts 2016" ausgezeichnet. "Wir feiern im Oktober unser dreijähriges Bestehen, die Auszeichnung ist für uns ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk. Unser Her- zerlbus soll als Ort des Respekts wahrgenommen werden, der für alle Menschen, die in Salzburg Not leiden, da ist. Denn in der Not sind wir alle gleich und man glaubt oft nicht, wie viele Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft von Not betroffen sind. Ich habe Menschen kennengelernt, die nichts mehr im Kühlschrank haben, eine alleinerziehende Mutter hat uns kontaktiert, ob wir nicht ein Bett für ihren Sohn hätten, weil das alte kaputt geworden ist. Mittlerweile haben wir in Salzburg 88 Ausgabestellen, 45 ehrenamtliche Helfer und versorgen rund 1.000 Menschen mit Lebensmitteln", so Widmann.

Hemmschwelle niedrig halten

Eine der freiwilligen Helferinnen ist auch Rosi Leitner aus Kuchl. "Es ist unglaublich, was alles weggeworfen wird, obwohl die Waren noch einwandfrei sind. Mit den ‚Rollenden Herzen’ können wir nicht nur verhindern, dass diese Waren im Müll landen, sondern auch noch sozial bedürftigen Menschen unter die Arme greifen", betont Leitner. Ein "Nachweis" über die finanzielle Situation wird bei den "Rollenden Herzen" nicht verlangt – die Hemmschwelle soll möglichst gering sein. "Niemand kann darüber urteilen und beurteilen, in welcher Lage sich jemand befindet und warum. Für uns ist er oder sie immer der oder die ‚Nächste', das zählt für uns", fügt Widmann hinzu.
Die "Rollenden Herzen" sind derzeit im Pinzgau, Pongau und Tennengau aktiv. Im Flachgau erfolgt eine sehr enge Zusammenarbeit mit der "Flachgauer Tafel". "Der Lungau ist uns eine große Herzensangelegenheit. Dort hätten wir auch bereits einen Koordinator vor Ort, uns fehlt lediglich noch ein Bus. Vielleicht findet sich jemand, der uns dabei helfen kann", so Widmann.
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