26.04.2016, 11:05 Uhr

Wenn Singen zur Heilung beiträgt

Die Singgruppen mit Singleiterin Barbara Balika treffen sich regelmäßig. (Foto: Neumayr)
SALZBURG (lg). Die Neurocare Rehaklinik Salzburg setzt auf die positive Wirkung des Gesangs im Rahmen von Therapien bei Schlaganfallpatienten und ist seit Kurzem Teil des Netzwerkes "Singende Krankenhäuser".
„Schlaganfallpatienten, denen Gesang hilft, die Sprache wieder erlernen, ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern gelebter Alltag. Singen wird schon seit einigen Jahren mit Erfolg als „Medizin“ im therapeutischen Bereich angewandt. Es gibt Patienten, die nach einer neurologischen Erkrankung einen Text kaum sprechen, diesen jedoch singen konnten “, erklärt der stellvertretende. Ärztliche Leiter der Rehaklinik, Heinrich Bartsch.

Singen aktiviert beide Gehirnhälften

Denn während das Sprachzentrum vorwiegend in der linken Seite des Gehirns verankert ist, aktiviert Singen über Sprache und Musik beide Gehirnhälften. Ist das Sprachnetzwerk geschädigt, dann kann Musik- und Gesangstherapie zur Anregung neuer dauerhafter Verbindungen in der rechten Gehirnhälfte beitragen. Der Verein "Singende Krankenhäuser" gründete sich 2009 in Deutschland mit dem Ziel, Singen im therapeutischen Bereich als "Medizin" anzuwenden.

Wöchentliche Singgruppen

Seit zwei Jahren leitet Barbara Balika an der Rehaklinik als Singleiterin eine Singgruppe, die regelmäßig von Patienten und ehemaligen Patienten besucht wird. "Singen verbindet Menschen unglaublich schnell und lässt sie Gemeinschaft erleben. Das Besondere beim heilsamen Singen ist, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt“, so Balika. Das Singen von Liedern mit leicht erlernbaren Texten und Melodien fördert durch seine Rhythmik die Freude an der Sprache und den Sprachfluss. Die Teilnehmer der Singgruppe zeigen sich von den wöchentlichen Singtreffen begeistert. "Beim Singen kommt mir die Ganslhaut, es ist so schön zu sehen wie sehr es auch den anderen taugt und gut tut“, erzählt ein ehemaliger Patient.
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