01.06.2016, 08:30 Uhr

Vom Lehrling zum Chef: Claudia Reinold aus Vomp

Claudia Reinold legte eine Bilderbuchkarriere vom Lehrling zur Unternehmerin hin: "Die Kunden sind meine Chefs". (Foto: Walpoth)
VOMP (dk). Am 1. Juni ist der Tag der Lehre. Damit starten wir in eine neue Serie: "Vom Lehrling zum Chef": Wir werden Ihnen in den nächsten Wochen erfolgreiche Unternehmer vorstellen, die als kleiner Lehrjunge oder Lehrmädchen begonnen haben. Zum Auftakt waren wir bei Claudia Reinold in Vomp und haben sie zu ihrem Werdegang befragt.

Unverhofft kommt oft

Ihre Eltern sind die Eigentümer der Gärtnerei Reinold. Claudia, die älteste Tochter wollte aber ursprünglich nicht in deren Fußstapfen treten. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr sie jedoch von einem Lehrplatz im Botanischen Garten in Innsbruck und hat dort ihre Lehre begonnen. "Dort war es ganz anders als zu Hause, wir lernten alle Bereiche kennen", erinnert sie sich. Nach drei Jahren hat sie ihre Ausbildung zum Friedhofs- und Ziergärtner mit gutem Erfolg abgeschlossen. Sie hat dann gleich noch eine zweite Lehre als Floristin (Blumenbinder- und händlerin) in einem kleinen Betrieb in Jenbach dazugehängt. Das war für den resoluten Freigeist jedoch noch lange nicht genug. Sofort begann sie ihre Meisterausbildung, die sie 1996 abgeschlossen hat. "Man muss ein Gefühl und ein Auge für die Pflanzen haben, das kann man nicht lernen", weiß Reinold.

Sehr umtriebig

Schon vor Abschluss ihrer Meis-terausbildung hat sie im elterlichen Betrieb mitgearbeitet. "Das Problem war nur, dass es ein Saisonbetrieb war. Deshalb habe ich mich nach einer Beschäftigung für den Winter umgesehen und wieder sorgte der Zufall dafür, dass ich insgesamt zwölf Jahre lang Lehrerin an der Gartenbauberufsschule wurde. Außerdem war ich 18 Jahre lang in der Prüfungskommission und bin dort zum Teil auch noch heute tätig", erzählt sie. Doch auch das war noch nicht genug. "Ich bin ein Freigeist und will meine Ideen verwirklichen", begründet sie die nächsten Schritte. 2007 eröffnete sie Claudia's Blumenzauber, anfangs noch in Containern auf dem Parkplatz der Gärtnerei. Mittlerweile ist sie in ein 420 m² großes Gebäude mit ihrem Geschäft umgezogen und beschäftigt bis zu vier MitarbeiterInnen.
Für sie war eine höhere Schule nie ein Thema. "Es ist schade, dass die guten Leute immer glauben, sie müssen an eine Schule. Das Handwerk braucht gute Leute", appelliert sie. Immer wieder lädt sie Schnupperlehrlinge ein.
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