04.08.2016, 08:58 Uhr

Görtschitztal: 1,46 Millionen Euro für Masterplan-Projekte

Burkhard Trummer (Brückl), Wolfgang Müller (Vorsitzender Zukunftskomitee), Gabi Dörflinger (Klein St. Paul), Andreas Duller, Herbert Kuss (Guttaring), und Helmut Kopper (Hüttenberg)

Laut Regierungsbeschluss stehen für die Projekte im Rahmen des Masterplan Görtschitztal 2015* insgesamt 1,46 Millionen Euro zur Verfügung. Konkrete Projekte gibt es drei.

GÖRTSCHITZTAL. "Wir haben nun das Startkapital für die Umsetzung der Projekte bekommen", bringt es Zukunftskomitee-Vorsitzender Wolfgang Müller auf den Punkt. "Der Weg dahin war lang und nicht immer einfach. Aber wir blieben den Bürgern im Wort. Das Zukunftskomitee arbeitet ehrenamtlich für eine positive Zukunft des Tales".
In der letzten Regierungssitzung des Landes wurde der mit 1,46 Millionen Euro dotierte ehemalige HCB-Fonds in den Görtschitztalfonds übergeführt. Diese Mittel stehen nun für die im Masterplan Görtschitztal 2015+ festgelegten Projekte und Maßnahmen zur Verfügung.

Jetzt geht es an die Umsetzung

Gemeinsam mit dem Regionalmanagement kärnten:mitte geht es nun an die konkrete Umsetzung der Projekte. Denn das Regionalmanagement kärnten:mitte übernimmt laut Regierungsbeschluss eine führende Rolle bei der Unterstützung des Zukunftskomitees und wird auch das eine oder andere im Masterplan definierten Projekt als Träger einreichen. Angelegt ist die Finanzierung der genehmigten Projekte bis 2023 an die derzeitige Periode des LEADER-Förderprogramms. "Die derzeitigen finanziellen Mittel sind die Basis, wir streben aber weitere Förderungen an", so Andreas Duller. Denn laut dem kärnten:mitte-Geschäftsführer könnten noch zusätzliche Förderschienen angezapft werden.

Jeder aus der Region kann Projekte einreichen

Das Zukunftskomitee ruft zum Einreichen von Projekten auf. Allerdings müssen diese gewisse Kriterien erfüllen. Die Görtschitztalkriterien sind ein Ergebnis über die im Masterplan Görtschitztal 2015+ festgeschriebenen Maßnahmen und strategischen Ziele der Region. Beispielsweise müssen die Projekte in den sechs Gemeinden (Klein St. Paul, Brückl, Kappel am Krappfeld, Eberstein, Guttaring und Hüttenberg) stattfinden. "Wir sind offen für neue Ideen.

Prüfung der Inhalte

Wie auch bei anderen Förderprojekten werden die Projektträger geprüft und der Projektinhalt muss den vom Zukunftskomitee definierten Görtschitztalkriterien Stand halten", sagt Duller. Die Bürger sollen keine Hemmungen haben, ihre Ideen darzulegen. Einzelförderungen von beispielsweisen Objekten seien allerdinsg nicht angedacht. An die fünf Jahre kann die Umsetzung von Projekten dauern. 40 bis 70 Prozent können gefördert werden, je nachdem, wie treffend die Görtschitztalkriterien erfüllt werden.

Umwelt-Biomonitoring ist in den Startlöchern

Als eines der ersten Projekte wird das Umwelt-Biomonitoring gemeinsam mit dem Lebensministerium und dem Umweltbundesamt als unabhängig Stelle auf Schiene gebracht. 45.000 Euro werden dafür aus dem Görtschitztalfonds kommen, die weiteren 45.000 Euro hat bereits das Lebensministerium zugesagt. Als weitere Projekte werden derzeit im Zukunftskomitee eine Breitbandinitiative und eine Imagekampagne für das Görtschitztal diskutiert.

"Fokus lag auf der Zukunft des Tales"

"Wir haben es es uns im Zukunftskomitee nicht leicht gemacht. Versucht wurde nicht, das Geschehen aufzuarbeiten, der Fokus lag auf der Zukunft des Görtschitztales. Der Masterplan, der erstellt wurde, ist vernünftig", sagt Brückls Bürgermeister Burkhard Trummer.
"Das Komitee arbeitet für Zukunft des Tales. Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus müssen im Tal wieder an Bedeutung gewinnen. Wir brauchen die Arbeitsplätze im Tal", stellt Guttarings Bürgermeister Herbert Kuss klar. Außerdem müsse man hellhörig sein, denn die Bürger könnten tolle Ideen für Projekte haben.
"Das Zukunftskomitee hat sich mit dem Weiterkommen des Tales beschäftigt. Die Justiz muss das, was geschehen ist, aufarbeiten. Dies ist nicht unserer Aufgabe. Gemeindeübergreifende Projekte können mithelfen, die Bevölkerung hier zu halten", so Gabi Dörflinger, Bürgermeisterin von Klein St. Paul.
Helmut Kopper, Vize-Bürgermeister von Hüttenberg, hofft, dass das Görtschitztal nun in Ruhe arbeiten kann. "Projekte müssen gemeinsam mit Industrie und Landwirtschaft umgesetzt werden. Wir wollen wieder Frieden im Tal haben".

Homepage für mehr Infos

Duller weist auf die Homepage www.region-kaerntenmitte.at hin. Dort finden sich die Görtschitztalkriterien, Infos rund um den Masterplan sowie die Angaben, wie viel Geld aus dem Fonds noch übrig ist. "Transparent und sauber" soll laut Duller gearbeitet werden.


Das Zukunftskomitee
18 Personen haben sich ind en letzten eineinhalb Jahren mit der Zukunft des Görtschitztales nach dem HCB-Skandal beschäftigt. Ungefähr einmal pro Monat treffen sich die Mitglieder zu einer Sitzung. Vorsitzender ist Wolfgang Müller, Geschäftsführer des Krankenhaus des Deutschen Ordens Friesach.
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