23.06.2016, 15:47 Uhr

Volkshilfe stellt sich organisatorisch neu auf

Die Volkshilfe Wels-Kirchdorf begann vor 27 Jahren mit der mobilen Altenbetreuung. (Foto: Volkshilfe)

Mit der Neustrukturierung will die Volkshilfe ihr sozialpolitisches Engagement verstärken.

BEZIRK. Bisher war jede der elf Bezirksvereine der Volkshilfe OÖ eigenständig verantwortlich für die mobilen Dienste in der Altenbetreuung. Ab 1. Juli werden diese Dienste in der Volkshilfe Gesundheits- und Soziale Dienste GmbH gebündelt. Dadurch können viele Aufgaben zentral verwaltet werden, was Kosten spart. Die eigentliche Dienstleistung bleibt direkt vor Ort wie bisher, für die Kunden ändert sich nichts. „Wir wollen uns in den Bezirken auf das Wesentliche konzentrieren, und das heißt, für die Menschen da zu sein“, sagt Bezirkskoordinator Jürgen Pouget. Geschäftsführer gibt es in den Bezirksvereinen künftig nicht mehr. Der ehemalige Geschäftsführer der Volkshilfe Wels-Kirchdorf, Rudi Schwarzbauer, ist in Pension gegangen. Größere Verantwortung tragen die sogenannten 'Stützpunktbeautragten'. Sie sind Drehscheibe zwischen Bezirksverein, den Dienstleistungen in der Region und den zentralen GmbH.


Sozialpolitisch noch mehr agieren

Mit der Neuorientierung will die Volkshilfe ihr sozialpolitisches Engagement verstärken. "Künftig wollen wir mit Aktionen im öffentlichen Raum und mit Infoveranstaltungen Missstände noch deutlich sichtbar machen", so Vorstandsvorsitzender der Volkshilfe Wels-Kirchdorf Johann Reindl-Schwaighofer. Für Herbst sind in Oberösterreich Straßenaktionen geplant, bei der die Menschen mit der Armut und ihren unmittelbaren Auswirkungen konfrontiert werden sollen. Gleichzeitig fordert die Volkshilfe einen Bruttomindestlohn von 1700 Euro. „Der von uns geforderte Mindestlohn bei Vollzeitbeschäftigung ist ein wichtiges Ziel zur Bekämpfung von Armut und prekärer Beschäftigung."


Informationen zur Volkshilfe Wels-Kirchdorf

Die Volkshilfe Wels-Kirchdorf bietet in den Bezirken Wels, Wels Land und Kirchdorf Dienstleistungen für Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen, Flüchtlinge, beschäftigungslose und von Armut betroffene Menschen an. Insgesamt sind in diesen drei Bezirken 175 engagierte Frauen und Männer beschäftigt, unterstützt werden sie von 80 freiwilligen Mitarbeitern.
Der größte Bereich der Volkshilfe im Raum Wels-Kirchdorf sind die mobilen Dienste (Pflege und Betreuung, Hauskrankenpflege, Haushaltsservice) mit rund 100 Beschäftigten, jährlich 60.000 Hausbesuchen und fast 2000 Klienten. Ebenfalls große Bedeutung haben die drei Volkshilfe-Shops und der Sozialmarkt. 87.000 Kunden haben im vergangenen Jahr günstige Gebrauchtwaren in Wels und in Kirchdorf eingekauft. Die Shops sind eine wichtige Anlaufstelle für all jene Menschen, die jeden Euro mehrmals umdrehen müssen.
Der dritte große Bereich ist die Flüchtlings- und Migrantbetreuung, die im vergangenen Jahr aufgrund der anhaltenden Kriegshandlungen unter anderem in Syrien und in Afghanistan große Herausforderungen zu meistern hatte. Insgesamt betreut die Volkshilfe in Oberösterreich derzeit 5700 Flüchtlinge in 110 Quartieren, davon 130 Flüchtlinge in den Bezirken Wels, Wels Land und Kirchdorf.
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