30.03.2016, 23:30 Uhr

Weniger Kriminalität: "Die Angst ist unbegründet"

Obwohl die Kriminalität stagniert, oder sogar leicht rückläufig ist, wächst bei Vielen die subjektive Unsicherheit. (Foto: Rangizzz/panthermedia.net)

Weniger Gewaltdelikte, mehr Einbrüche. Aber in Summe stagniert die Zahl der Fälle in Wels.

BEZIRK. 5250 Straftaten wurden im Vorjahr in Wels zur Anzeige gebracht. 2014 waren es noch 5060, was einer Steigerung von 3,8 Prozent entspricht. Im Bezirk Wels-Land ist die Kriminalität minimal rückläufig. Wurden 2014 noch 2300 Fälle angezeigt, waren es im vergangenen Jahr 2296. Sowohl in der Stadt als auch am Land wird rund jeder zweite Fall von der Polizei aufgeklärt. Diese Zahlen gehen aus der gerade erschienenen Kriminalitätsstatistik des Landes Oberösterreich hervor. Landesweit gab es im Vorjahr 62.666 Straftaten. Das sind 1,8 Prozent weniger als 2014. "Wir haben insgesamt die geringste Kriminialitätsbelastung der letzten elf Jahre und das unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen. Aber trotzdem kommt das bei den Menschen draußen nicht an", sagt Landespolizeikommandant Andreas Pilsl. Er spricht damit das subjektive Unsicherheitsgefühl an, das sich in der Bevölkerung seit der massiven Flüchtlingsbewegung verstärkte. Eine Situation, die auch der Welser Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner kennt: "Wir haben seit September täglich 1200 Menschen über den Welser Bahnhof geschleust, die meisten Bürger haben das gar nicht mitbekommen". 300 bis 400 Flüchtlinge hätten zudem täglich in den temporären Unterbringungen in der Welser Messe genächtigt. Passiert sei dabei außer einem Handydiebstahl und einer Rangelei nichts. Hübner ortet die Ursache der subjektiven Unsicherheit nicht zuletzt auch in der medialen Berichterstattung. "Die Flüchtlinge kommen und mögen für viele bedrohlich wirken. Die Geschichten in den Zeitungen tragen dann ihren Teil dazu bei", so der Stadtpolizeikommandant.

Zahl der angezeigten Fälle stagniert

Generell würden die angezeigten Fälle von Kriminalität in der Stadt seit Jahren stagnieren. Körperverletzung, Raufhandel und gefährliche Drohung seien im Vorjahr im Vergleich zu 2014 zurückgegangen. Dafür gab es etwas mehr Fahrraddiebstähle und Kfz-Sachbeschädigungen. Mehr als verdoppelt haben sich hingegen die Wohnhauseinbrüche, und zwar von 62 auf 137. Wirkliche Hotspots gibt es laut Hübner nicht. Gegenden mit guter Anbindung an die Autobahn oder an andere Fluchtwege seien aber eher betroffen. In diesen Siedlungen zeigt die Polizei besonders viel Präsenz und bietet den Bewohnern gratis Beratungsdienste an. Einbrüche in Einfamilienhäuser sind in Wels-Land ebenfalls ein Problem. Eine wirkliche Konzentration lasse sich zwar auch hier nicht feststellen, im vergangenen Jahr sei aber vor allem Thalheim betroffen gewesen, so Stefan Müller vom Bezirkspolizeikommando Wels-Land. "Wir konnten allein eine Tätergruppe mit insgesamt 30 Einbrüchen in Verbindung bringen. Die sind mittlerweile aber aus dem Verkehr gezogen", so Müller. Auch in Wels-Land begegnet man dieser Entwicklung mit erhöhter Präsenz und Sicherheits- und Beratungsveranstaltungen für die Bevölkerung. Vorbeugende Wirkung sollen auch die insgesamt fünf Videokameras an drei Standorten in der Welser Innenstadt haben. Sie liefern seit vier Monaten Echtzeitbilder an die Polizei. "Mehrere strafrechtlich relevante Handlungen in Bezug auf Körperverletzungen sowie Vermögensdelikte konnten dank der gespeicherten Aufzeichnungen gesichert werden", zieht Sicherheitsreferent Vzbgm. Gerhard Kroiß eine erste positive Bilanz.
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