22.04.2016, 21:47 Uhr

Die irrsinnigen, richtigen Entscheidungen

Sportkarriere: Julian Hosp stellte unter Beweis, dass auch ein Österreicher Kitesurf-Profi werden kann! (Foto: privat)

Julian Hosp aus Mils bei Hall beschreibt einen ungewöhnlichen Karriereweg und gibt sein Erfolgsgeheimnis auch weiter!

Was treibt einen Tiroler dazu, mit 16 Jahren in die USA zu ziehen? Danach Profi-Kitesurfer zu werden, obwohl in Tirol kein Meer ist? Anschließend in Innsbruck Medizin zu studieren, nach dem Abschluss aber nicht aktiv als Arzt zu arbeiten, sondern stattdessen ein Unternehmen in Hong Kong aufzubauen?

Richtige Entscheidungen

All diese Fragen und noch viele weitere wurden dem 29-jährigen Julian Hosp aus Mils bei Hall zu seinem ungewöhnlichen, aber höchst erfolgreichen Karriereweg immer wieder gestellt. Die Antwort ist klar: "Ende 2014 habe ich zum ersten Mal eine kurze Auszeit genommen und meine sportlichen, geschäftlichen sowie privaten Erfolge reflektiert", so Julian Hosp. "Jeder meiner Entscheidungspunkte wurde anfangs von meinem Umfeld kritisch hinterfragt und oft belächelt – teilweise wurde ich auch verhöhnt. Rückblickend jedoch war jede Entscheidung, so irrsinnig sie auch erschienen ist, die richtige."

Persönlichkeitstraining

Anfang 2015 begann Julian Hosp mit Persönlichkeitstraining, um anderen Menschen dabei zu helfen, High Performer zu werden und sie bei oft schwierigen Entscheidungen unterstützen zu können. Julian Hosp: "Durch meine gesammelten Erfahrungen habe ich erkannt, wie wichtig für diese Menschen und Firmen meine eigenen Geschichten sind. Das Gefühl, nicht der/die Erste zu sein, der/die eine Entscheidung 'gegen den Strom' oder den vermeintlichen Hausverstand trifft, soll vermittelt werden."

Inspiration für eigenes Buch

Dies inspirierte Julian Hosp auch dazu, die 25 besten Geschichten aus seinem Leben in seinem neuesten Buch „25 Geschichten für mein jüngeres Ich“ zusammenzutragen, welche von seiner Kindheit mit 4 Jahren bis hin zur finanziellen Unabhängigkeit mit 29 Jahren reichen. „Der Grundstein meines Erfolges wurde definitiv von meiner Mutter Anneliese in der frühen Kindheit gelegt. Sie stammt aus einer Bauernfamilie und hat verstanden, dass meist nur harte Arbeit außerordentliche Resultate bringt. Ich kann mich an praktisch nichts in meiner Kindheit erinnern, was ich 'einfach so' bekommen habe. Ich musste für alles etwas leisten, bekam dann aber meistens sogar mehr. Andere Kinder mussten zum Beispiel nichts für ein Eis im Schwimmbad machen. Ich musste dafür zehn Mal hin und her schwimmen. Damals empfand ich das als unfair, doch heute bin ich ihr sehr dankbar dafür, denn es lehrte mich, wie wichtig geben und nehmen im Leben ist. Meinen eigenen Kindern werde ich sicher einmal das Gleiche lehren!"

Mit 16 Jahren nach Amerika

Im Alter von nur 16 Jahren zog Julian Hosp allein nach Amerika, um Basketballprofi zu werden. Erneut eine schwer nachvollziehbare Entscheidung, die jedoch nicht ohne positive Folgen blieb. Nach seiner Rückkehr spielte er in der österreichischen Basketball-Profiliga. "Rasch erkannte ich allerdings, dass ich mit meinen 1,78 m nicht die besten Voraussetzungen für diesen Sport mitbrachte, und so zog es mich zu einer anderen Sportart – dem Kitesurfen. Als mein Umfeld das hörte, wurde viel gelacht", berichtet Hosp.
"Wo willst du das machen? Es gibt hier doch kein Meer" – und viele andere Fragen tauchten wieder auf. Das stimmte zwar, aber der Achen-, Reschen- und Gardasee waren ebenso nicht weit wie der Aufstieg zur österreichischen und in weiterer Folge zur weltweiten Kitesurf-Elite.
Julian Hosp über diese bewegte Zeit: "So konnte ich fast zehn Jahre lang zu den besten Orte der Welt reisen, dort surfen und Spaß haben – alles bezahlt durch Sponsoren, Preisgelder und Magazin-Publikationen. Meine Lektion aus dieser Zeit: Es ist oft besser, ein großer Fisch in einem kleinen Teich zu sein, als der kleine Fisch im großen Teich! Ich bin mir sicher, dass ich dies alles mit Basketball, Schifahren oder Fußballspielen nicht so erreicht hätte!"

Wichtiger Faktor: Bildung

Ein zweiter wichtiger Punkt in meinem Leben war schon immer Aus- und Weiterbildung. So immatrikulierte Hosp 2004 an der Medizinischen Universität Innsbruck. "Meine Professoren waren oft sehr nachsichtig und erlaubten mir ,meine exzessive Reisetätigkeit fürs Kitesurfen, solange ich bei den Praktika anwesend war und bei den Tests gute Noten hatte. Das bedeutete, dass ich oft noch um Mitternacht im Seziersaal stand, um meine Arbeit nachzuholen. Ein nervenaufreibendes Erlebnis, alleine zur Geisterstunde mit 50 Leichen in einem Raum zu sein. Obwohl mir niemand zutraute, dass ich das Studium abschließen könne, promovierte ich im Jahr 2011."

Ab nach Hong Kong

Die Geschichte von Julian Hosp geht noch weiter: Er entschied sich nämlich, nicht aktiv als Arzt zu arbeiten, sondern gemeinsam mit seiner Freundin Bettina nach Hong Kong zu ziehen, um dort ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Im Nachhinein war es eine der härtesten Entscheidungen seines Lebens, so Hosp: "Ich bin mir sicher, dass es vielen Leuten ähnlich ergeht, die sich gegen eine populäre Entscheidung stellen, um eigene Träume und Ziele zu verfolgen. Der Druck von außen ist enorm – gerade Freunde und Bekannte verstanden meine Entscheidung überhaupt nicht. Viele fragen mich heute noch, ob die sechs Jahre Studium nicht Zeitverschwendung waren. Ich sehe das überhaupt nicht so, denn das Medizinstudium ist extrem facettenreich und so rate ich rückblickend jedem Studenten: Schließe dein Studium auf jeden Fall ab. Auch wenn du noch so oft denkst, du wirst danach etwas anderes machen oder das Studium nicht anwenden. Man weiß nie, für was es mal gut ist!“

Nützlicher Doktortitel

Selbst wenn er heute nicht als Arzt arbeitet, sei der Doktortitel hilfreich. "Wenn ein potentieller Investor, Kunde oder Lieferant den Titel vor meinem Namen sieht, kann das sehr nützlich sein. Ich arbeite viel mit Start-ups – jungen Unternehmen – zusammen. Da hilft schon allein der Titel sehr, eine Glaubwürdigkeits- und Vertrauensbasis aufzubauen. Was ich dennoch heute jedem Studenten mitgeben möchte: Ein Studium alleine ist lange nicht mehr das wert, was es früher mal war – um heute Erfolg zu haben, zählen Berufserfahrung und Arbeitseinsatz meist mehr als bloß ein Titel!“

Träume und Ziele

Heute lebt Julian Hosp noch immer in Hong Kong, reist viel in Asien, Europa und Amerika, um Leute bei Trainings und Vorträgen zu inspirieren, ihre eigenen Träume und Ziele zu verfolgen. Über sein Buch „25 Geschichten für mein jüngeres Ich“ sagt der Autor: "Die 25 Geschichten sollen die Menschen zum Lachen, Weinen, Schreien und auch zum Staunen bringen. Das Wichtigste aber: Sie inspirieren Menschen, jene Entscheidungen zu treffen, vor denen sie sonst zu viel Angst gehabt hätten!"

Sechs Bücher zu gewinnen

Julian Hosp hat für die BEZIRKSBLÄTTER-Leser sechs Bücher „25 Geschichten für mein jüngeres Ich“ gestellt. Drei Exemplare in deutscher Sprache unter dem oben angeführten Titel, drei weitere in englischer Fassung unter dem Titel "25 Storys I would tell my Younger Self"!
Um eines der Bücher zu gewinnen, genügt eine E-Mail an die Adresse westliches.red@bezirksblaetter.com – unter allen Einsendungen werden die Bücher verlost und dem/der Gewinner(in) zugeschickt (kurzen Hinweis, ob die deutsche oder die englische Version gewünscht wird, nicht vergessen).

Webseite mit mehr Infos zum Buch„25 Geschichten für mein jüngeres Ich“: www.25geschichten.de

Wer mit Julian Hosp in Kontakt treten möchte: www.facebook.com/25geschichten
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