13.06.2016, 15:43 Uhr

Dem Parlament aufs Dach gestiegen: Lokalaugenschein beim Umbau

Mehr Transparenz im Nationalratssitzungssaal: Ein Glasdach wird eingezogen.

WIEN. Der Weg zur Parlamentspräsidentin Doris Bures ist ein beschwerlicher. Über schmale Stufen geht es hinauf ins Dachgeschoss des hohen Hauses. Oben angekommen gibt es erst einmal ermahnende Worte: "Bitte passen Sie auf, wir sind auf einer Baustelle".

Ein außergewöhnlicher, aber dennoch passender Ort für ein Pressegespräch. Denn Bures stellte am Montag, den 13. Juni gemeinsam mit dem Architekten András Pálffy und Parlamentsvizedirektor Alexis Wintoniak den neuesten Stand der Planungen für die Sanierung des Parlamentsgebäudes vor.

Die gute Nachricht: "Wir sind voll im Zeitplan," so Bures gut gelaunt. "Alle Budget- und Zeitvorgaben werden derzeit eingehalten." 2017 soll das Parlament in der Hofburg ein Übergangszuhause finden. Bis dahin ist es zwar noch eine Weile hin, aber es gibt viel zu tun. "Hier im Haus sind tausende von Kilometern an Akten. Die werden jetzt alle in Vorbereitung auf den Umzug durchgesehen, entrümpelt und digitalisiert."

Rund 700 Arbeitsplätze sollen im Sommer 2017 in die Hofburg wandern. Die haben dort nicht alle Platz, deshalb werden auf dem Heldenplatz ab Oktober drei Pavillions errichtet. Hier ist Nachhaltigkeit Trumpf. "Die Pavillons sind aus Holz, wovon wir in Österreich bekanntlich sehr viel haben," so Bures. "In 30 Minuten ist das verwendete Holz wieder nachgewachsen."

2017 sollen die Pavillons fertig sein. Wenn die Parlamentssanierung im Jahr 2020 abgeschlossen ist, sollen die Pavillons einer Zweitverwertung zugeführt werden, etwa als Kindergärten oder Einfamillienhäuser.


Mehr Offenheit

Aber was ist jetzt mit dem Dachstuhl? "Der Dachstuhl über dem Nationalratssitzungssaal wird entfernt," so Architekt Pálffy. "Stattdessen wird ein Glasdach eingezogen. So soll Transparenz und Offenheit entstehen. Geplant ist ein Gästepanorama für Besucher."

Der denkmalgeschützte Dachstuhl über den historischen Sitzungssaal soll hingegen erhalten bleiben. "Hier entstehen neue Büroflächen und eine Cafeteria, die auch für Besucher zugänglich sein soll." Dadurch soll dringend benötigter Platz geschaffen werden. Die Rede ist von 4500 m2 zusätzlicher Nutzfäche, die der Umbau bringen soll.

Einen ersten Einblick in das neue Parlamentsgebäude gab es für die anwesenden Journalisten per bereitgestellter 3d-Brille. Die Allgemeinheit darf sich die Präsentation am heimischen PC anschauen: http://www.zoomvp.at/parlament/parlament360.html

"Transparenz ist uns schließlich sehr wichtig, denn es geht um das Haus aller Österreicherinnen und Österreicher," so Bures abschließend.
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