09.10.2016, 22:17 Uhr

„Wo mir san is‘ obm!“

Ernst Köpl, Raphael Schuster, Andreas Pfandler, Jasmine Kletzl, Kulturgemeinderat Reinhard Poppinger, Isabella Frühwirth und Franz, der Döllerwirt zu Großhaselbach (v.l.n.r.).

Die Gruppe „Nagerlsterz“ begeisterte die Döllerwirt-Gäste mit bekannten und neuen Liedern aus dem Leben im Waldviertel.

GR.HASELBACH (kuli). Die bewährte Kombination aus Mundart-Lieder-Anhören und im Wirtshaus einen deftigen Schweinsbraten zu genießen lockte am 9. Oktober viele Besucher ins Gasthaus „Zum grünen Baum“, wohin Franz Döller und sein fleißiges Team eingeladen hatten. Ernst Köpl, neben ex-Starmaniac Andi Pfandler das letzte Mitglied der Originalbesetzung, führte zwei Stunden lang durch das ab und an improvisierte Programm von zwanzig Songs und einer Rezitation eines hervorragend passenden Peter-Tramontana-Textes zum Thema: Zur Ethologie des Waldviertlers in seinem natürlichen Biotop.

Lieder mit Tiefgang und Augenzwinkern

Mit Scharfsinn, Empathie, verbalakrobatischsten Reimen und vor allem jeder Menge Humor sind die Texte entstanden, die dann mit Elementen aus der ganzen musikalischen Welt zu einmaligen Liedern mit extravagantem Flair geworden sind. Drei CDs sind in den letzten zehn Jahren erschienen, an der vierten wird gerade gearbeitet. Das Publikum beim Döllerwirt durfte als erstes schon sechs Lieder des im März/April ‘17 erscheinenden neuen Tonträgers probehören. Da geht es um Hineinschau’n ins Land (mit Anleihen bei Billy Joel’s „Piano Man“), die Rechtfertigung des Mannes („I bin hoit so, bittscheh-bittesehr“), das Älterwerden eines angehenden Pensionisten („Meina Sö, wo san de Joar“), Liebesleid („Marie Marie“), Jugenderinnerungen an den Herrnteich in Litschau und auch um die waldvierteluntypischen Veränderungen in der profitorientierten Welt („Es bleibt wia’s bleibt“ – Wo san de Leit, die a Heaz hom?). Am tosenden Beifall konnte das Hit-Potential bereits erahnt werden. Ergänzt wurde das Line-up mit teilweise superb umarrangierten Gassenhauern der letzten zehn Jahre. Als Überleitung zum kollektiven Schweinsbratenschlemmen auf allerhöchstem Niveau wurde „Ålle meine Erpfen“ (mit Anleihe bei Mariah Carrey) gewählt – passt!
Nagerlsterz bestehen zur Zeit aus
Ernst Köpl (Litschau) – Moderation, Rezitation, Gitarre und Gesang, Andi Pfandler (Grametten) – Keyboard, Bass, Gitarre und Gesang, Isabella Frühwirth (Martinsberg) – Querflöte, Gitarre und Gesang, Raphael Schuster (Heidenreichstein) – Schlagzeug und dem letzten Neuzugang Jasmine Kletzl (Echsenbach) – Gitarre, Bass, Keyboard und Gesang.
Die Band strotzt vor Musikalität und schafft es auf beeindruckende Weise, die Kreativität aller Mitglieder zur Liedermachung über alltäglich Besonderes zu nutzen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.