Windkraft als Teil der Energiezukunft
Früh informieren statt Fronten bilden
- Windkraft als Schlüssel zur Energieautonomie in Vorarlberg?
- Foto: Darko Todorovic
- hochgeladen von Isabelle Cerha
Der Faktencheck zu Windkraft sowie die Frage nach Qualität von Diskurs und Beteiligung lockten rund 150 Gäste zur Energie Lounge ins Vorarlberg Museum. Dabei wurde deutlich, dass die Energieautonomie ohne Windkraft kaum erreichbar sei. Gleichzeitig brauche es klare Kriterien, transparente Verfahren und eine breite gesellschaftliche Einbindung.
Dass Windkraftprojekte Emotionen auslösen, zeigte auch die Diskussion rund um mögliche Standorte in Vorarlberg. Kommunikations- und Beteiligungsexperte Dieter Bitschnau betonte die Bedeutung einer frühen und transparenten Kommunikation. Aufklärende Gespräche müssten in den Gemeinden stattfinden, bevor sich Meinungen verfestigen. Erfolgen Information und Beteiligung zu spät, könnten Konflikte eskalieren und Gemeinden sogar gespalten werden.
Fest stand, dass Vorarlbergs Zukunft elektrisch ist. Der Ersatz von Öl und Gas in Haushalten, Industrie und Mobilität werde den Strombedarf deutlich erhöhen. Laut Franz Angerer von der Österreichischen Energieagentur könne dieser Mehrbedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Dafür brauche es neben Wasser- und Photovoltaikkraft auch Windenergie, die besonders im Winter zuverlässig Strom liefere.
Auch Vorarlberg wolle künftig einen Teil seiner Stromversorgung durch regionale Windkraft abdecken. Energielandesrat Daniel Allgäuer betonte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien Priorität habe. Wer Atomkraft ablehne, müsse auch erneuerbare Alternativen zulassen, sofern diese ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vertretbar seien.
Naturschutzanwältin Katharina Lins verwies darauf, dass es sensible Räume gebe, in denen die Auswirkungen auf Natur und Artenvielfalt zu groß wären. Deshalb müsse jeder Standort sachlich und transparent geprüft werden.
Der Eingriff ins Landschaftsbild sei unbestritten, erklärte Raumplaner Dominik Schwärzler. Die Auswirkungen könnten jedoch objektiv bewertet werden. Entscheidend sei die Sensibilität des jeweiligen Landschaftsraums.
Einigkeit herrschte darüber, dass erfolgreiche Projekte offene Kommunikation, sorgfältige Standortwahl und eine ausgewogene Interessenabwägung benötigen. Windkraft werde sichtbar sein, ebenso die Entscheidungen, die Gesellschaft und Politik dazu treffen.
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