29.03.2016, 17:00 Uhr

Doppeltes Jubiläum für Marika Sobotka

Marika Sobotka, dahinter eine Karikatur von Hubert Schorn, die sie zum 60. Geburtstag vom Café Schmid Hansl geschenkt bekam

Die Alsergrunder Sängerin feiert 2016 ihr 50jähriges Bühnenjubiläum und am 1. April ihren 70. Geburtstag.

ALSERGRUND. Marika Sobotka kam 1946 in Thessaloniki zur Welt und behauptet von sich, "das griechische Temperament des Vaters und die künstlerische Ader der Familie mütterlicherseits" geerbt zu haben.
"Meine Urgroßeltern waren k. u. k. Hofburgschauspieler, mein Großvater spielte acht Instrumente." Als Zweijährige kam sie nach Wien und machte schon als Schulkind ihre ersten Schritte auf der Bühne. "Ich spielte Theater und sang in der Don-Bosco-Pfarre Salesianum in Erdberg. Übrigens: Dort verbrachten auch Thomas Klestil und Joe Zawinul ihre Jugend."
Das Singen und Spielen war ihren Eltern nicht "ordentlich genug", weshalb sie nach der Pflichtschule eine kaufmännische Ausbildung absolvierte und sich schon mit 20 gemeinsam mit ihrem ersten Mann Herbert Sobotka selbstständig machte: Die beiden eröffneten ein Bastelgeschäft im 22. Bezirk, das sie 25 Jahre lang "ernährte". Parallel dazu führten sie ein Ausflugsgasthaus in Kritzendorf, die Helenenhütte. Nach dem Alltag im Geschäft versorgte das junge Ehepaar dort Abend für Abend die Gäste nicht nur kulinarisch, sondern auch musikalisch. Dort kam Marika Sobotka auch erstmals mit dem Wienerlied in Kontakt, bis heute ihre große Liebe.

Zur Operette per Zufall

"Wenn ich von den Anfängen meiner Operetten-Karriere erzähle, dann nur mit einem Lächeln, denn ich habe meine erste Rolle eigentlich meinen langen schwarzen Haaren zu verdanken", erinnert sie sich. Für die Rolle der Zigeunerin Manja in der Operette "Gräfin Mariza" wurde sie zufällig "bei Tisch" entdeckt. "Die ursprüngliche Besetzung war nicht zur Probe erschienen und Professor Eduard Macku von den Vereinigten Wiener Konzertbühnen fand, dass ich passend aussah. Unsere Zusammenarbeit hielt dann mehr als zehn Jahre, mit Engagements am Stadttheater Baden, Berndorf und bei den Ischler Sommerspielen."

Immer unterwegs

Bald folgten Auftritte im Fernsehen und Rundfunk sowie die ersten Schallplatten des Duos. Mit der Scheidung von Ehemann Herbert zog sich Marika Sobotka aus dem anstrengenden Showbusiness zurück. Sie nahm einen Sekretärinnenjob in der UNO-City an, lernte Wolfgang Beck kennen und heiratete 1999 ein zweites und letztes Mal, wie sie sagt. Und sie startete mit einer Solokarriere nochmals durch. Soeben hat sie ihre elfte CD mit Wienerliedern und Evergreens herausgebracht, einige der Lieder hat sie selbst getextet und komponiert. Und sie saust trotz ihrer 70 Jahre von einem Engagement zum nächsten. "Wenn ich mir zu meinem bevorstehenden 70er etwas wünschen darf: Noch einmal zehn Jahre genauso weitermachen!" Worauf sie rückblickend ein bisschen stolz ist? "Im Jahr 2004 wurde mir als erste Wienerlied-Interpretin durch Bundespräsident Klestil der Berufstitel 'Professorin' verliehen. Das war eine große Ehre."

Zwei Veranstaltungstipps im April:

9. April, 16 Uhr: Guten Abend meine Damen... Galakonzert zur Erinnerung an den großen Wiener Heinz Conrads. Mit Erika Conrads als Ehrengast, Marika und Herbert Sobotka, Gerhard Ernst, Peter Fröhlich, Leopold Großmann, Karl Codina, Peter Hora, Günter Tolar u.v.a.. Ehrbar Saal, 1040 Wien, Mühlgasse 30.

17. April, 15.30 Uhr: Ehrennachmittag - 70. Geburtstag und 50 Jahre Bühne!
Mitwirkende: Marika Sobotka, Yoko Mitani, Peter Rosen und Leopold Großmann am Klavier. Konzertcafé Schmid Hansl, 1180 Wien, Schulgasse 31.

Mehr Infos und alle Veranstaltungen auf: www.marikasobotka.at
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