04.08.2016, 13:32 Uhr

A21: Talübergänge Dornbach und Sittendorf werden saniert

(Foto: asfinag)

Über die Hälfte der Brückensanierungen auf der A21 sind "Handarbeit"

REGION WIENERWALD. Seit Ende April saniert die ASFINAG die beiden Talübergänge Dornbach und Sittendorf auf der A 21 Wiener Außenring Autobahn. Bis Oktober erfolgt auf 8.100 Quadratmetern eine Rundum-Erneuerung. Mehr als vier Millionen Euro investiert die ASFINAG in beide Sanierungen. Das Besondere dabei: Arbeiten in großer Hohe und mehr als 60 Prozent Handarbeit. „In tiefgreifenden Brückensanierungen steckt ähnlich wie beim Bau eines Eigenheims sehr viel Handarbeit“, sagt Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH, „lediglich die Abbrucharbeiten werden mit Hilfe großer Maschinen erledigt. Der Großteil der Arbeiten aber wird von Menschenhand verrichtet. Da hat Handwerk wirklich noch goldenen Boden“.

Errichtet wurden beide Talübergänge Ende der 1970er Jahre. Das stattliche Alter und vor allem der hohe Anteil an Schwerverkehr – er liegt auf der A 21 bei rund 18 Prozent (das entspricht 8.430 Schwerfahrzeugen pro Tag) – machen die Instandsetzungen notwendig. Vom Fahrbahnbelag über die Tragwerke und den Stützmauern bis hin zu den Brückenlagern und der Brückenentwässerung, wird alles von Grund auf saniert. Um die Behinderungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten, sind immer – wie im Normalzustand – zwei Fahrpuren pro Richtung offen. In den Baustellenbereichen gilt Tempo 80 km/h.


Ohne Handarbeit keine Brückensanierung

Da der Einsatz von Maschinen in großen Höhen und bei wenig Platz nur bedingt möglich ist, ist menschliche Arbeitskraft das Um und Auf. Von der Formgebung für Tragwerke über die Erhöhung der Tragfähigkeit der Fahrbahn bis hin zum Tausch von Brückenlagern – alles Handarbeit. Wie beim Kellerbau eines Wohnhauses, werden zum Beispiel Verschalungsarbeiten – also die Form gebenden Arbeitsschritte – nur manuell erledigt. Dabei werden Holzrahmen aufgebaut, die dann mit Beton ausgegossen werden. Die zur Erhöhung der Tragfähigkeit notwendigen Bewehrungen – kleine Stahleisen – werden ebenfalls Stück für Stück von den Arbeitern eingearbeitet. Aber auch unterhalb der Brücke ist der Einsatz von Muskelkraft gefragt. Vor allem dann, wenn es darum geht die Brückenlager – also jene Lager auf denen die Brücke liegt und mit deren Hilfe sie sich „bewegen“ kann – zu sanieren. Die Arbeitshöhe dabei: Wenige Zentimeter. Damit trotz dieser Rahmenbedingungen alle Arbeiten zeitgerecht abgeschlossen werden, sind täglich zwischen 16 und 32 Arbeiter auf den Brückenbaustellen auf der A 21 Wiener Außenring Autobahn.


Intervalle und Regeln von Brückenprüfungen

Geprüft wird in unterschiedlichen Intervallen. Alle vier Monate werden laufende Überwachungen durch die ASFINAG-Autobahnmeistereien durchgeführt. Die tiefergehenden genaueren Kontrollen alle zwei Jahre, wickelt der ASFINAG-Spezialbereich bauliches Erhaltungsmanagement innerhalb der Abteilung Asset Management ab. Pro Jahr werden auf Österreichs hochrangigem Netz rund 1.800 Zwei-Jahres-Kontrollen von Brücken durchgeführt. Große Brückenprüfungen im sechs Jahres-Intervall erfolgen jährlich ca. 800 Mal. Diese werden in Zusammenarbeit mit externen Zivilingenieuren abgewickelt. Alle Prüfungen und Kontrollen von Bauwerken erfolgen nach festgelegten Kriterien – festgehalten in den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS).

Die Ergebnisse aller Kontrollen werden genauestens dokumentiert. Je nach Schadensbild werden dann notwendige Sanierungen in das ASFINAG-Infrastruktur-Investitionsprogramm eingegliedert und umgesetzt.
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