21.04.2016, 08:00 Uhr

Die Antwort kennt wohl nur der Wind

Laut Joachim Payr ist der Windpark in Munderfing zum Pilgerort geworden. Beinahe täglich kommen Busse. (Foto: Energiewerkstatt/Astrid Knie)

Windenergie: Für die einen eine Möglichkeit zur Energiewende, für die anderen schlichtweg ein Blödsinn.

BEZIRK (ah). In einer Petition an alle oö. Landesräte, wenden sich Vereine und Bürgerinitiativen gegen die Windkraftenergie. In der Petition ist zu lesen, dass Solar und Wind bis 2040 nur 2,2 Prozent der weltweiten Energieversorgung decken werden. Zudem wäre weiterhin ein massiver Einsatz von Kohle notwendig, um Flauten auszugleichen. Daher sei das keine Lösung zur Energiewende. Die Petitionsbetreiber befürchten, dass es unter dem Deckmantel des Klimaschutzes zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität, Verlusten an Lebensräumen, Bedrohungen gefährdeter Arten sowie Verunstaltungen der Landschaft komme. Sie fordern daher, dass keine Windindustrieanlagen auf dem Gebiet der Alpenkonvention und in Waldgebieten errichtet werden. Weiters sollen die Mindestabstände zu bewohnten Objekten die zehnfache Bauhöhe der Anlagen betragen.
Unter den Unterzeichnern dieser Petition findet sich die Bürgerinitiative Schachawald/Moosbach. Franz Reinthaler äußert sich zu den Windrädern in Munderfing kritisch: „Das wurde von der Politik im Schnellverfahren durchgepresst, damit die Energiewerkstatt Munderfing ein Vorzeigeprojekt vor der Haustür hat. Meines Wissens wurde kein Monitoring für die Großvogelfauna und für die Fledermäuse gemacht. Dies hätte aber bereits vor der Bewilligung über einen Zeitraum von mindesten zwölf Monaten gemacht werden #+müssen.“

"Das ist eine Frechheit"

Joachim Payr ist Geschäftsführer der Energiewerkstatt Munderfing und weist diese Vorwürfe zurück. Er erinnert sich, dass das Verfahren damals sogar übermäßig lange gedauert hat und eine Menge Bewilligungen notwendig waren. „Wenn hier von einem Schnellverfahren gesprochen wird, ist das eigentlich eine Frechheit“, so Payr. Was das Monitoring anbelangt, waren beim damaligen Bau der Windparkanlage keine naturschutzrechtlichen Bewilligungen notwendig. Trotzdem hätten aber Ornithologen Untersuchungen gemacht.
Mittlerweile gibt es eine Gesetzesänderung und für die geplante Erweiterung würden alle naturschutzrechtlichen Prüfungen eingeholt. „Wir halten uns an die Gesetze“, bekräftigt Payr. Er sieht in den Argumenten der Windkraftgegner nur Panikmache und geht zum Gegenangriff über. „Dieser kleine Personenkreis ist dafür verantwortlich, dass Klimaschutzmaßnahmen in Oberösterreich nicht greifen. Das ist verantwortungslos gegenüber späteren Generationen." 8,7 Prozent des Stroms kommen bereits aus österreichischen Windkraftanlagen. 60 Prozent davon hat die Energiewerkstatt Munderfing geplant.

Szenario erstellt

Das Umweltbundesamt hat ein Szenario „Erneuerbare Energie“ erarbeitet, mit dem das Energiesystem bis 2050 dekarbonisiert wäre. "Dekarbonisierung" bedeutet einen Abschied von den "schmutzigen" kohlestoffhaltigen Energieträgern. Das Szenario enthält eine Fülle von Maßnahmen. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, fordert eine Reformierung des Ökostromgesetzes und meint: „230 Windkraftanlagen stehen in der Poleposition, können aber im Augenblick aufgrund des Reformstaus noch nicht realisiert werden.“

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