25.07.2016, 13:13 Uhr

Regional, bestrebt und umfangreich

Reinhold Schmid, "Da Kråma z‘Kirchberg"
BEZIRK (ebba). Jedes Jahr holt die BezirksRundschau mit dem „Preis für Regionalität“ Privatpersonen, Vereine und Unternehmen vor den Vorhang, die sich besonders für die Lebensqualität in der Region einsetzen. So ein Vorzeigebeispiel ist unter anderem auch "Da Kråma z’Kirchberg“.

Um den Fortbestand des Kaufladens und damit die Nahversorgung in der Gemeinde Kirchberg zu sichern, ließ sich Ladenbesitzer Reinhold Schmid auf ein spannendes Projekt ein. Studenten der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding nahmen die Gemischtwarenhandlung unter die Lupe und krempelten den Laden nach ihren Vorstellungen um. Das Sortiment wurde neu eingeräumt, gestrafft und erweitert. So gibt es nun ein Genussland-Oberösterreich-Regal mit (Bio-)Produkten aus der näheren Umgebung, wie zum Beispiel Teigwaren aus Wallners Nudelei in Moosdorf oder Dinkelkaffee von rösterrreich in Handenberg. Des Weiteren werden neuerdings EZA-Produkte der Dritten Welt angeboten. „Das kommt bei den Leuten recht gut an. Viele freuen sich, dass ich jetzt ihren Lieblingskaffee im Angebot habe“, erzählt Schmid.

Apropos Kaffee: Die Kaffee-Ecke wurde zu einer Imbissecke umfunktioniert und erweitert. Auch ein neues Logo wurde entwickelt, um mehr Aufmerksamkeit auf das Kaufhaus zu lenken. Was noch fehlt ist ein maßgeschneidertes Marketingkonzept. Dieses soll dann im Herbst von den Studenten der FH Erding in Angriff genommen werden. Mit Hilfe dieses Konzeptes soll die Bevölkerung gezielt auf den Nahversorger und dessen Bedeutung aufmerksam gemacht werden.

Besser daheim einkaufen

Kleine freie Läden wie "Da Kråma z‘Kirchberg" müssen Tag für Tag ums Überleben kämpfen. Um sich gegen große Ketten behaupten zu können, braucht es vor allem eines: Ein Umdenken in der Bevölkerung. „Jeder Tag ist eine Herausforderung. Wir kämpfen schon. Vor allem da uns die Stammkundschaft wortwörtlich „weg stirbt“. Bei den jungen Leuten ist der Begriff Nahversorgung nicht mehr so verankert. Man weiß zwar, dass ein Krämer da ist und ist vielleicht auch froh darüber, aber dann muss man halt auch öfter mal dort einkaufen“, so Schmid. Andernfalls könne sich so ein Kaufgeschäft auf Dauer nicht halten. Die Kirchberger würden nicht nur ihren Kaufladen, sondern auch den Post.Partner, ihre Trafik und Lotto-Annahmestelle verlieren, denn all das bietet Reinhold Schmid an. Das Sortiment ist für ein kleines Dorfgeschäft beeindruckend umfangreich. Sogar Schulartikel werden angeboten und auch Serviceleistungen wie die Reinigung von Kleidern.

Nominierte aus dem Bezirk

Weiters nominiert für den diesjährigen Regionalitätspreis ist der "Omadienst", Heimatfotograf Andreas Mühlleitner aus Wildenau, das Unternehmen Elektroland Werdecker in Mattighofen, das grenzüberschreitende Stadtmarketing STS Braunau-Simbach-GmbH und die Initiative HotSpot Innviertel.

Zur Sache
Die BezirksRundschau verleiht dieses Jahr zum sechsten Mal den Preis für Regionalität an heimische Betriebe, Vereine und Organisationen. Die Gala findet am Mittwoch, dem 21. September 2016, statt.

Einreichungen sind in acht ­Kategorien möglich:

Dienstleistung und Handel
Industrie
Handwerk und Gewerbe
Land- und Forstwirtschaft
Vereine, Institutionen und Behörden
Tourismus und Gastronomie
Mobilität und erneuerbare Energien
„Junge Ideen“

Die Teilnahme ist ab sofort möglich: Sie können sich selbst mit Ihrem Projekt oder Ihrem Betrieb nominieren/bewerben.
Teilnahme auf der Homepage der BezirksRundschau unter:
www.meinbezirk.at/regiopreis_ooe
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