Saudi-Lieferausfälle
Energieministerium erwartet höhere Ölpreise in Österreich
- Das Satellitenbild vom 13. September zeigt Schäden an einer Pumpstation der saudischen East-West-Pipeline südöstlich von Medina. Ein Angriff hatte dort zwei Tage zuvor Brände ausgelöst.
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Nach Berichten über abgesagte saudische Rohöllieferungen nach Europa rechnet das Energieministerium auch in Österreich kurzfristig mit höheren Preisen. Saudi-Arabien war 2025 noch der drittgrößte Rohöllieferant der Republik, seit Mai wird jedoch kein saudisches Öl mehr bezogen.
ÖSTERREICH. Am Dienstag berichteten internationale Medien unter Berufung auf "Reuters", Saudi-Arabien habe europäische Abnehmer über die Stornierung einiger für Ende des Monats geplanter Rohöllieferungen informiert. Die Nachrichtenagentur berief sich dabei auf drei Quellen aus Handels- und Schifffahrtskreisen. Demnach wurden auch die Verladungen am saudischen Rotmeerhafen Yanbu ausgesetzt.
Als Grund wird der Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline angegeben. Nach einem Angriff am vergangenen Freitag nahm Saudi-Arabien diese außer Betrieb. Riad machte zuletzt proiranische Milizen aus dem Irak für die Attacke verantwortlich. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor, der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco äußerte sich dazu nicht.
Pipeline-Ausfall gefährdet wichtige Exportroute
Auch andere internationale Medien beschäftigten sich mit dem Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline und seinen Folgen für den Ölmarkt. Der US-Nachrichtensender "CNBC" berichtete, dass dadurch eine Exportkapazität von mehr als vier Millionen Barrel pro Tag gefährdet sei. Die Nachrichtenagentur "AP" befasste sich unter anderem mit der möglichen Dauer der Reparaturarbeiten.
- Eine offizielle Bestätigung zum Lieferausfall liegt bislang nicht vor, der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco äußerte sich dazu nicht.
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Die rund 1.200 Kilometer lange Leitung verbindet die Fördergebiete im Osten Saudi-Arabiens mit dem Hafen Yanbu. Sie ermöglicht Ölexporte unter Umgehung der Straße von Hormuz.
Höhere Preise, aber keine Versorgungsprobleme
Österreich ist nach Angaben des Energieministeriums nicht unmittelbar von den gemeldeten Lieferabsagen betroffen. Indirekte Folgen seien jedoch über die internationalen Märkte zu erwarten. Kurz- und mittelfristig seien "höhere Preise" zu erwarten. Ein Versorgungsproblem gebe es aber nicht, heißt es gegenüber MeinBezirk. "Die Rohölversorgung Österreichs ist unbeeinträchtigt", teilte das Ministerium zudem mit. Ein Rückgriff auf die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtnotstandsreserven sei nicht erforderlich.
Noch im Vorjahr importierte Österreich 1.054.079 Tonnen Rohöl aus Saudi-Arabien. Das entsprach rund 13 Prozent der gesamten österreichischen Rohöleinfuhren. Seit Mai 2026 werde allerdings kein saudisches Öl mehr bezogen, erklärt das Ressort. Auch verarbeitete Mineralölprodukte importiere Österreich nicht aus dem Königreich.
Kasachstan war 2025 wichtigster Rohöllieferant
Mit Abstand größter Lieferant Österreichs war 2025 Kasachstan mit 4.729.951 Tonnen Rohöl. Dahinter folgten Libyen mit 1.184.669 Tonnen und Saudi-Arabien mit 1.054.079 Tonnen. Aus Guyana wurden 605.660 Tonnen eingeführt.
- Mit Abstand größter Lieferant Österreichs war 2025 Kasachstan mit 4.729.951 Tonnen Rohöl. Dahinter folgten Libyen mit 1.184.669 Tonnen und Saudi-Arabien mit 1.054.079 Tonnen. Seit Mai 2026 wird jedoch kein saudisches Öl mehr bezogen.
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Weitere Importe kamen aus dem Irak mit 269.808 Tonnen, Aserbaidschan mit 219.646 Tonnen, Senegal mit 68.755 Tonnen und Algerien mit 63.384 Tonnen. Aus den USA bezog Österreich 56.634 Tonnen, aus Tunesien 12.764 Tonnen.
Die internationalen Marktpreise reagierten bereits auf die Unsicherheit. Einzelne kurzfristig verfügbare Rohöllieferungen in Europa wurden für mehr als 130 US-Dollar je Barrel gehandelt. Reuters berichtete von einer steigenden Nachfrage nach alternativen Lieferquellen.
Unterschiedliche Angaben zur Reparatur
Wie lange die Pipeline außer Betrieb bleibt, ist unklar. "AP" berichtete zunächst von einer möglichen Reparaturdauer von drei bis fünf Wochen. Eine teilweise Wiederaufnahme während der Arbeiten sei möglich.
- Beschäftigte des Ölkonzerns Aramco in der saudischen Aufbereitungsanlage Khurais. (Archiv)
- Foto: APA-Images / AFP / FAYEZ NURELDINE
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US-Energieminister Chris Wright zeigte sich hingegen optimistischer. "Die genaue Bewertung läuft noch, aber ich denke, es handelt sich um eine Frage von Tagen", erklärte er gegenüber CNBC am Rande des G20-Energieministertreffens in Houston. Nach Angaben von "Reuters" könnte bereits in wenigen Tagen wieder Rohöl durch die Leitung fließen.
Unterdessen versucht Saudi-Arabien offenbar, die Ausfälle über andere Wege abzufedern. So berichtete "Reuters" am Mittwoch, dass zusätzliche Rohöllieferungen über den Oman angeboten würden. Dadurch hätten sich die unmittelbaren Sorgen über längerfristige Lieferengpässe etwas abgeschwächt.
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