02.06.2016, 15:45 Uhr

Neustift: Bauunternehmer will alte Buschenschank abreißen

Buschenschank Wilfinger in der Schutzzone, die unter anderem Heurigen sichern soll.

Der ehemalige Heurige Wilfinger und ein Gartensalettl sollen, geht es nach dem Eigentümer, Wohnungen Platz machen. Das würde das Ortsbild verändern.

DÖBLING. Das kleine Häuschen, das früher die Buschenschank Wilfinger beherbergt hat, steht - fast ein bisschen frech wirkt es - über die Flucht der anderen Gebäude auf den Gehsteigt hinaus. Seit sechs Jahren schon trifft sich dort niemand mehr auf ein Achterl, das Grundstück wurde verkauft.

Nun droht, befürchtet Bezirkvorsteher-Stellvertreter Hannes Trinkl (ÖVP), der Abriss. Von einem der Mitarbeiter des Eigentümers, dem Immobilienentwickler Richard Steinböck, wird das so gut wie bestätigt: "Derzeit werden nur die Rodungen durchgeführt, dann müssen wir erst eine Studie erstellen, welche Nutzungen auf der Fläche möglich sind. Doch dass die Gastgebäude mit Wohnungen ersetzt werden, ist zu 99 Prozent sicher." Das Unternehmen möchte auf dem ganzen Grundstück, das sich nur zum Teil in der Schutzzone befindet, Wohnungen und Kleingärten errichten.

Das Wirtshaus wurde in der Periode von 1860 bis 1883 errichtet und befindet sich in der Schutzzone Neustift. Dahinter steht ein Salettl, das im Jahre 1913 im Garten der Buschenschank aufgestellt wurde. Die Schutzzone wurde unter anderem festgesetzt, um "ortsbildprägende Heurige" zu sichern.

Abriss nur unter besonderen Bedingungen

Soll ein Gebäude in einer Schutzzone abgebrochen werden, muss die Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) ein Ansuchen erst überprüfen. Ein Abbruch wird nur bewilligt, wenn "kein öffentliches Interesse an der Erhaltung besteht bzw. das örtliche Stadtbild nicht gestört wird" oder "eine wirtschaftliche oder technische Erhaltung nicht gewährleistet ist." In Neustift gilt zusätzlich noch eine Bausperre, bis zum Beschluss einer neuen Flächenwidmung - die wird voraussichtlich 2017 erfolgen.

Für Hannes Trinkl sind die beiden Gebäude in der Hameaustraße auf alle Fälle erhaltenswert. "Das ist eine Nagelprobe dafür, wie wirksam die Schutzzone ist und wie ihre Bestimmungen umgesetzt werden", sagt er. Den Abriss verspricht er mit allen Mitteln zu verhindern.
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