06.07.2016, 08:51 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten: Arbeiterkammer legt Handbuch für Arbeitnehmer auf

AK-Präsident Alfred Schreiner präsentierte mit Gabi Tremmel (l.) und Stefanie Kern (r.) das neue AK-Handbuch "Das Burgenland und seine Bezirke in Zahlen" (Foto: AK)
EISENSTADT. Die Arbeiterkammer Burgenland legt erstmals ein statistisches Handbuch auf, in dem es vor allem um jene Bereiche geht, die für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer relevant sind: Arbeitsplatz, Wohnraum, Bildung, soziale Absicherung und Gesundheitsversorgung. Zu all diesen Bereichen gibt es Zahlen, Daten und Fakten aufgeschlüsselt nach Bezirken. Übersichtlich und kompakt. Damit ist das vorliegende Material eine wertvolle Grundlage für die Regionalpolitik.

Entwicklung am Arbeitsmarkt im Fokus

AK-Präsident Schreiner: „Vor allem über die Entwicklung des Arbeitsmarktes berichten wir als Arbeiterkammer regelmäßig in unseren Medien. Anlässlich unseres Empfangs zum Tag der Arbeit haben wir auch klar gesagt: Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind das bestimmende Thema im Burgenland. Im Jahr 2015 hatten wir durchschnittlich rund 100.000 Beschäftigte. Das ist ein Rekord. Gleichzeitig waren im Jahresschnitt 2015 über 10.000 ohne Arbeit. Auf diese Zahlen muss man reagieren.“

Die Einkommenssituation im Burgenland

Im Burgenland gibt es deutlicher als in den meisten anderen Bundesländern eine Kluft zwischen dem Einkommen der Beschäftigten (arbeitsortbezogen) und dem Einkommen der Burgenländerinnen und Burgenländer (wohnsitzbezogen).
Für die Beschäftigten im Burgenland sind die Grundlage für die Berechnung die Daten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungen.
„Das monatliche Medianeinkommen betrug im Jahr 2014 im Burgenland 1.739 Euro. Damit liegen die ArbeitnehmerInnen im Burgenland an letzter Stelle im Bundesländervergleich. Das burgenländische Medianeinkommen belief sich auf gerade einmal 84% des österreichischen Durchschnitts von 2.078 Euro“, sagt AK-Expertin Stefanie Kern, MSc (WU).

Frauen verdienen noch immer weniger

Das burgenländische Medianeinkommen stieg von 2013 auf 2014 um nur 1,5 % und im Vergleich zum Jahr 2010 fällt das Burgenland noch weiter hinter die Einkommen der anderen Bundesländer zurück. Stefanie Kern, MSc (WU): „Anders stellt sich die Situation für die burgenländische Wohnbevölkerung dar. Als Grundlage für die Berechnung dient hier die Lohnsteuerstatistik mit wohnortbezogenen Einkommen, die vom Finanzamt ermittelt werden. Hier liegt das Burgenland im Österreichvergleich an zweiter Stelle mit einem durchschnittlichen Bruttomonatseinkommen von 2.245 Euro. Auch hier ist der Unterschied zwischen den Einkommen der Burgenländerinnen und jenen der Burgenländer deutlich sichtbar. Burgenländische Frauen verdienen im Durchschnitt um fast 1.000 Euro weniger als burgenländische Männer.“

Nord-Süd-Gefälle bei Einkommen

Am meisten verdienen die BurgenländerInnen aus Eisenstadt-Stadt und Umgebung. Es ist bei den Einkommen der BurgenländerInnen ein Nord-Süd-Gefälle zu erkennen. Angesichts des Unterschieds zwischen den wohnort- und arbeitsortbezogenen Einkommen im Burgenland liegt die Interpretation nahe, dass die BurgenländerInnen – ebenso wie die NiederösterreicherInnen – ihre relativ hohen Einkommen aus Wien „importieren.
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