24.08.2016, 07:00 Uhr

Wolfgang Gracher: "Ich bin neugierig auf die Menschen hier ..."

"Bruder Wolfgang" will der zukünftige Feldkirchner Pfarrer genannt werden

Der neue Feldkirchner Pfarrer Wolfgang Gracher spricht im Interview über seine neue Aufgabe.

WOCHE: Haben Sie die Unruhen rund um das Amt des Pfarrers in Feldkirchen mitbekommen?
WOLFGANG GRACHER: Ich habe die Thematik verfolgt, war aber nicht persönlich involviert. Ich hatte auch ein aufschlussreiches Gespräch mit meinem Vorgänger.

Sie treten am 1. September das Amt an. Was erwartet die Feldkirchner?
Die erste Messe ist am 4. September. Ich würde mich freuen, so viele Leute wie möglich begrüßen zu dürfen. Feldkirchen war für mich bisher nur ein Durchfahrort. Ich bin neugierig auf die Menschen und das Leben hier.

Was wissen Sie bereits über die Pfarre?
Es ist eine sehr lebendige Pfarre. Die große Anzahl der Diakone ist für mich spannend. Das gibt es sonst nirgends.

Welche gesellschaftlichen Themen haben für Sie einen hohen Stellenwert?
Die Frage der Armut: Sowohl von Leuten, die hier leben, als auch von Zuwanderern. Einfachheit, Nachhaltigkeit und besonders das Thema Arbeit. Es gibt wenige, die als Dauerarbeitslose glücklich sind. Auch der Stellenwert der Religion in der Gesellschaft ist mir ein Anliegen. Ich habe mich auch sehr viel mit dem Islam beschäftigt.

Inwiefern?
Ich habe zwei Jahre lang selbst in muslimischem Umfeld gelebt. Wie eine Religion wirklich ist, zeigt sich nicht in der Diaspora, sondern dort, wo sich die Mehrheit bildet. Das habe ich im Laufe der Jahre gelernt. Bei uns ist es ein schwieriges Thema, das mit der Zeit sicher nicht leichter werden wird. Denn auch unser religiöses Leben hier wird vom vermehrten Aufkommen des Islam beeinflusst.

Welchen Einfluss können Sie als Pfarrer auf die angesprochenen gesellschaftlichen Thematiken haben?
Die Kirche ist ja ein Teil des aktiven Lebens in der Gemeinschaft. Wir sind keine Insel. Ich möchte nach außen gut mit der Gemeinde und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten. Mein Hauptanliegen ist die Verkündung: Ich möchte vermitteln, dass Jesus da ist und uns begleitet. Aus dem heraus folgt dann auch soziales Engagement.

Zum Abschluss: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich bin ein fröhlicher bzw. freundlicher Mensch, sehr neugierig und auch etwas schlampig (lacht).
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