06.05.2016, 18:07 Uhr

Die mit den Katzen schnurrt: Tiertherapeutin Petra Ott war zu Besuch

Schau mir in die Augen, Kater: Petra Ott analysiert Katzenverhalten und klärt Missverständnisse im Zusammenleben. (Foto: Edler)

Zwinkert die Katze, lächelt sie: Diese und andere Weisheiten vermittelt Katzencoach Petra Ott.

FLORIDSDORF. "Katzen sind nicht mysteriös." Ein Satz, der jeden Katzenfreund ins Herz trifft. Katzen, die launischen Herrscherinnen über Sofa, Bett und Dosenpersonal, deren Liebe man sich nie ganz sicher sein kann, sollen ticken wie andere Tiere auch? Ja, sagt Petra Ott, und das sei gar nicht so schlecht.

Der Glaube, das Wesen der Katze sei unergründlich, liege oft am mangelnden Verständnis der Körpersprache oder an Missverständnissen in der Kommunikation, sagt Tiercoach Ott. Die Floridsdorferin ist eine der wenigen auf Katzen spezialisierten Tiertherapeuten und vermittelt bei Hausbesuchen zwischen Zwei- und Vierbeinern. Oft wird sie gerufen, wenn die Katze unerwünschtes Verhalten an den Tag legt, wenn sie etwa unsauber ist, kratzt oder extrem scheu ist.

Gemeinsam mit den Besitzern und in Interaktion mit der Katze sucht sie dann nach der Ursache des Problems. Die kann oft überraschend sein: "In einer Familie etwa hat eine Katze wirklich überallhin uriniert. Durch Beobachtung ist mir klargeworden, dass sie von der anderen Katze und einem Hund, die ebenfalls im Haus gelebt haben, als Blitzableiter benutzt wird." Die Katze sei extrem dominiert worden und wusste sich nicht mehr zu helfen. Erst durch Otts Intervention konnte die Harmonie wiederhergestellt werden und auch das Urinieren hörte auf.


Ein Katzenschwanz lügt nicht

Mehr als ein bis zwei Besuche seien meist nicht nötig, um ein Katzenproblem zu lösen, sagt Ott. Im Zuge der Sitzung gibt sie den Katzenhaltern auch eine Einführung in Mimik und Gestik der Tiere: "Vieles drücken Katzen mit dem Schwanz aus. Mit dem können sie nicht lügen." Ein am Ende geringelter Schwanz sagt "Ich bin friedlich", ein kerzengerader "Ich bin verrückt nach dir – oder nach dem, was du gerade in der Hand hältst."

Weniger eindeutig ist es mit dem Schnurren. Katzen schnurren zwar bekannterweise, wenn sie zufrieden sind, können aber auch versuchen, Ängste oder Schmerzen wegzuschnurren. "Wenn die Katze ununterbrochen und richtig laut schnurrt, deutet das auf ein seelisches Problem hin." Ott rät auch dazu, der Katze genau in die Augen zu schauen: "Wenn sie die Augen zusammenkneift, möchte sie ihre Friedfertigkeit zum Ausdruck bringen. Wenn sie mit einem Auge blinzelt, lächelt die Katze."

Wer mehr über Petra Ott und ihre Dienste erfahren möchte, kann sich auf der Homepage der Katzenliebhaberin informieren.
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