21.04.2016, 12:00 Uhr

Zeckenplage bei Hund und Katz'

Tierärztin Jasmin Thielmann rät, nur hochwertige Zecken-Präparate zu verwenden.

Durch den Klimawandel kommen auch vermehrt mediterrane Erreger über die Zecken bis zu uns.

BEZIRK GMÜND (eju). Die Zeckensaison ist voll im Gange. Jeder, der Katze und/oder Hund sein Eigen nennt, ist auch unausweichlich mit den Plagegeistern konfrontiert. Die Bezirksblätter Gmünd sprachen stellvertretend mit der Gmünder Tierärztin Jasmin Thielmann über Zecken, Flöhe und Strategien dagegen.


Halsband, Tropfen und Pillen

"Mit Frühlingsbeginn ist Zeckenprophylaxe wichtig. Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel mit Zeckenbändern. Manche Tierhalter mögen das wegen des Eigengeruches nicht. Der Vorteil ist, dass ein Zeckenband bis zu sechs Monate hält und damit fast die ganze Zeckensaison abdeckt. Weiters gibt es Tabletten, die eine dreimonatige Wirkungsdauer haben und sehr gut wirksam sind. Man verabreicht eine Tablette, die Zecken beißen sich zwar ein, aber sterben schnell ab. Es dauert mindestens 48 Stunden, bis Krankheitserreger von der Zecke auf das Tier übertreten. Schließlich gibt es noch die Spot-On-Präparate. Deren Nachteil ist, dass man sie monatlich neu auftragen muss."


Gefahr Borreliose

Als wichtigste Erreger, die mittels Zeckenbiss übertragen werden, sind Borrelien zu nennen. Die Borreliose macht Gelenksprobleme bei Hunden und ist oftmals schwer therapierbar, weil sie auf gängige Antibiotika oft schwer ansprechen.


Kein billiges Präparat

Aber auch andere Krankheiten kommen vermehrt vor: "Durch das warme Wetter sind vermehrt exotische Erreger dabei. Das Wetter wird dem Mittelmeerklima ähnlich, das begünstigt Zeckenarten, die bei uns bisher nicht heimisch waren. Solche können beispielsweise auch Anaplasmose übertragen, einen Parasiten, der Blutarmut verursachen kann", informiert Thielmann. Präparat sei nicht gleich Präparat.

Vorsicht vor Permetrin

Man müsse durchaus Acht geben, welche Medikamente man verwendet und, ganz wichtig: Hundepräparate gehören auf Hunde, jene für Katzen, auf Katzen, denn: "Das Mittel Permetrin ist für Katzen gefährlich, zum Beispiel enthalten im Präparat Advantix. Es kann schwere Vergiftungserscheinungen auslösen, da genügt schon der Kontakt mit der Haut. Hundepräparate sollen generell nicht an Katzen verabreicht werden. Wichtig ist auch, dass man hochwertige Präparate verwendet. Billige Floh- und Zeckenmittel aus dem Supermarkt haben wenig bis keine Wirksamkeit, erzeugen aber oft allergische Reaktionen auf der Haut."
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