23.03.2016, 12:00 Uhr

Insgesamt 867.125 Euro retten Litschau

Uneins. Roland Edinger (BBL) und Gerhard Holzweber (SPÖ) waren mit Bgm. Rainer Hirschmann bei den Finanzen nicht auf einer Linie.

Erneut sind hohe Landesmittel für den Rechnungsabschluss 2015 nötig, Kritik an Ausgaben.

LITSCHAU (eju). 700.000 Euro via Bedarfszuweisung im Ordentlichen Haushalt 2015 musste das Land NÖ der Langzeit-Sanierungsgemeinde Litschau zuschießen. Im Außerordentlichen Haushalt gab es zusätzlich und 167.125 Euro. An den Film-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnerte die jährliche Rechnungsabschluss-Sitzung.


Steuergeld für Litschau

Der NÖ Steuerzahler muss Litschau Jahr für Jahr mit Steuermitteln zu einem positiven Rechnungsabschluss verhelfen. Dafür und generell für den Umgang mit gemeindeeigenen Ausgaben und gleichzeitig wenig genutztem Sparpotential gab es harsche Kritik von der Opposition - SPÖ und Bürgerbewegung Litschau (BBL). Roland Edinger (BBL) erinnerte Bürgermeister Rainer Hirschmann, dass dieser bei Dorf- und Bürgergesprächen versprochen habe, deutliche Einsparungen bei der Verwaltung im Gemeindeamt sowie bei den Gemeindemandataren (jeweils 17.000 €) vorzunehmen.

Keine Betriebsförderungen

"Tatsächlich wurden bei den Gemeindemandataren rund 10.000 Euro eingespart, im Gemeindeamt aber haben wir fast 16.000 Euro mehr ausgegeben", kritisiert Edinger. Auch seien die Telefongebühren am Gemeindeamt in Zeiten sinkender Telefonanbieter-Tarife um ein Drittel gestiegen. Die Stadtzeitung sei entgegen der Abmachung vom Vorjahr nicht billiger sondern teurer geworden - und 20.000 Euro für eine Stadtzeitung seien viel. Kritik erntete auch die laut Edinger kaum stattfindende Wirtschaftsförderung. Im Tourismus-Bereich würden zumindest 131.000 Euro locker gemacht, aber: "Ich finde keinen einzigen Cent für Betriebsförderungen."


Bauhof und Wald

Ein klassischer Zankapfel, schon seit Otto Huslichs Zeiten, war auch der Bauhof. Dort habe man Rufbereitschaften und Mehrleistungen von 9.000 Euro, dabei seien fast alle Bauhoftätigkeiten ausgelagert worden. Auch dort seien die Telefongebühren um 60 Prozent gestiegen, gleichzeitig gebe es um 46.000 Euro weniger Einnahmen im Bauhof, so Edinger. Die Konsulentenleistung für den gemeindeigenen Wald in der Höhe von 8.000 Euro für den Förster könne gesenkt werden, denn es genüge auch ein Forstfacharbeiter, der sicher billiger zu haben sei. Die Personalkosten seien ebenfalls wieder gestiegen. SPÖ-Stadtrat Gerhard Holzmann resignierend:


Litschau hält ewigen Rekord

"Wir werden niemals aus der Sanierung kommen, wir werden einen ewigen Rekord halten." Bgm. Rainer Hirschmann begründete die Erhöhung der Ausgaben am Gemeindeamt mit fälligen Lohnerhöhungen. Beim Telefonsystem habe es eine Umstellung gegeben, dieses sei nun modern und vernünftig, daher seien die Telefonkosten gestiegen. Die SPÖ-Mandatare enthielten sich, die BBL stimmte dagegen.
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