11.05.2016, 08:39 Uhr

Nachhilfeunterricht wird immer wichtiger

In Einzel- oder Gruppennachhilfestunden unterrichten die Lehrkräfte in Eferding. (Foto: WiKo learning)

Hervorragende Noten in der Schule können nicht selten nur durch Nachhilfe erreicht werden.

EFERDING (raa). Während Schüler der Oberstufe derzeit schon mitten in der Zentralmatura stecken, ist für andere das Schuljahr noch lange nicht gelaufen. Damit das Zeugnis auch den eigenen Erwartungen entspricht, benötigen viele Schüler allerdings Hilfe jenseits des eigentlichen Unterrichts. Viele Schulen, wie die HTL Grieskirchen, bieten über die Schülervertretung eine Nachhilfebörse an. Hier helfen Schüler Schülern in den verschiedensten Fächern. Vielfach reicht diese "schulinterne" Hilfe allerdings nicht mehr aus. Immer mehr Eltern, aber auch Schüler, wünschen sich eine professionelle Unterstützung. Der Markt für Nachhilfe boomt seit Jahren. Vor allem große Franchise-unternehmen haben dieses Geschäftsmodell bundesweit und nahezu flächendeckend ausgebaut. Thomas Wiesinger aus Eferding hat nach seiner Zeit in der HAK Eferding und während seiner Zivildienstzeit gemeinsam mit seinem Freund Alexander Kornfellner bei einem Nachhilfeinstitut gejobbt. "Schon in meiner Schulzeit habe ich privat immer Nachhilfe gegeben und auch Schulfreunden bei Problemen geholfen", so Wiesinger. Gemeinsam mit Kornfellner gründete Wiesinger dann ein eigenes Nachhilfeinstitut. Unter dem Namen WiKo learning starteten der Lehramtsstudent für Mathematik und Informatik sowie der angehende Wirtschaftspädagoge von Anfang an voll durch. "Zu uns kann jeder Schüler von jeder Schule und in jedem Fach bis zur Matura kommen", so Wiesinger.
Häufig seien es die Eltern, so hört man in den Schulen, die ihre Kinder zur Nachhilfe drängen. Diese Erfahrung kann Wiesinger nicht bestätigten. "Eltern verlangen in 99 Prozent der Fälle von den Kindern nicht zu viel. Ich sehe eher das Problem, dass Eltern zu lange warten und nicht früh genug auf schlechte Noten reagieren. Wenn die Schüler kurz vor Semesterende oder kurz vor einer Schularbeit zur Nachhilfe gehen, ist es meist zu spät."

In der Schule überfordert
"Vielfach sind Schüler in höheren Schulen einfach überfordert", gibt Josef Straßhofer, Direktor der PTS Grieskirchen, zu bedenken. "Wir bekommen jedes Jahr sehr viele Rückfluter, die oft wegen zu starken Drucks seitens der Eltern dem Lehrinhalt der Oberstufe nicht gewachsen sind." Für Straßhofer ist eine Reform des Schulsystems längst überfällig. "Das würde viele Probleme, auch die Notwendigkeit von Nachhilfe, in Teilaspekten lösen." Nachhilfe ist aus Sicht des PTS-Direktors in Einzelaspekten durchaus sinnvoll. "Aber nicht selten ist es des Guten zu viel, und gerade wegen des elterlichen Drucks scheitern die Kinder letztlich."
"Im Prinzip gibt es bei uns keine Schüler, die von ihren Eltern gezwungen werden, zu uns zu kommen", so Wiesinger von WiKo learning. "Vor allem bei jüngeren Schülern gibt es anfangs eine gewisse Skepsis, die aber schnell überwunden wird." Die Nachhilfelehrer versuchen, Vertrauen aufzubauen. "Dann kann schon nach kurzer Zeit eine kleine Verbesserung in den schulischen Leistungen eintreten, und die Schüler sind dann mehr motiviert", weiß Wiesinger aus seiner täglichen Erfahrung. "Die älteren Schüler hingegen wissen sehr genau, was sie wollen. Die kommen von allein." Bei WiKo sind alle Schüler, bis auf eine Ausnahme, die über einen längeren Zeitraum begleitet wurden, in der Schule durchgekommen. "Dieser eine hat die Nachprüfung mit großem Erfolg bestanden", so Wiesinger.
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