28.09.2016, 03:00 Uhr

Hasslacher Holzbausysteme auf der Überholspur

Hasslacher Holzbausysteme in Hermagor produziert heuer 25.000 m3 gebogenes und gerades Leimholz in Sonderdimensionen

Deutliche Produktions- und Umsatzsteigerungen meldet das Leimholzwerk Hermagor nach einer Millionen-Investition.

HERMAGOR (jost). Bereits seit Jahrzehnten werden in Hermagor heimische Bretter zu interessanten Holzbauteilen verleimt, die ihre Verwendung für Gewerbe- und Industriebauten, für Wohnhäuser, für Sporthallen und Kirchen, aber auch für Brücken und Sonderbauten, finden. Georg Dürregger, Geschäftsführer von Hasslacher Holzbausysteme: Unser Werk produziert hauptsächlich Brettschichtholz in Sonderformen, also keine Standardprodukte. Darunter versteht man hauptsächlich gebogene, geschwungene, konisch geformte oder blockverleimte Träger in Stücklängen bis zu 40 Meter, aber auch gedrehte Rundsäulen, sowohl parallel als auch in jeder gewünschten Freiform.

Marktgerechte Investition

Als Teil der Hasslacher Norica Timber Gruppe wurde letzten Winter am Standort Hermagor etwa eine Million Euro in den Maschinenpark, d.h.Präzisionshobelmaschine sowie CNC-gesteuerte Abbundanlage für Kleinquerschnitte, einschließlich Steuerung und Mechanisierung sowie in entsprechende EDV-Software, investiert.
Motiviert durch den allgemein erfreulich steigenden Bedarf an Brettschichtholz im gesamteuropäischen Bauwesen sowie als Folge der konsequenten Marktbearbeitung durch die erfahrene Vertriebs-Organisation lässt diese Investitionsmaßnahme in Verbindung mit der Umstellung auf Dreischichtbetrieb bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres eine Produktions-Steigerung bei Brettschichtholz von zuvor 15.000 auf nunmehr etwa 25.000 Kubikmeter, das entspricht einem Plus von immerhin 60 Prozent (!) gegenüber dem Vorjahr, erwarten. Analog dazu wird sich auch der Jahresumsatz von 10 Millionen auf 16 Millionen Euro erhöhen.
Nicht unerwähnt lässt Georg Dürregger auch die zufriedenstellende Arbeitsplatz-Komponente: „Das Mehr an Produktionsmenge und Umsatz erfordert natürlich auch eine Steigerung der Mitarbeiterzahl – in diesem Fall von bisher ca. 45 auf jetzt 60. Dass der Großteil unserer Mitarbeiter aus der Region Gailtal stammt, ist besonders erfreulich.“

Neue Produkte

Neben den eingangs erwähnten Brettschichtholz-Produkten werden bei Hasslacher Holzbausysteme in Hermagor neuerdings auch Balken der Typen Duo und Trio erzeugt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um gerade Holzbauteile, die aus zwei oder drei stärkeren Brettern verleimt sind und im Hochbau als perfekt gehobelte, sichtbarbleibende Dach- und Deckenbalken, als Träme sowie als Blockwandprofile zunehmend verwendet werden. Vorteile dieser Materialien sind hauptsächlich die hohe statische Tragfähigkeit bei geringer Rohdichte, die Formstabilität sowie die ausgezeichneten Wärmedämm-Eigenschaften. Da der Baustoff Holz auch CO2 Neutral ist, darf an dieser Stelle auch die positive Auswirkung auf den Klimaschutz erwähnt werden.

Innovativ

Innovation spielt bei Hasslacher eine große Rolle. Dabei kommen auch immer öfters andere Holzarten zum Einsatz. Zum Beispiel die Herstellung von Brettschichtholz aus der Holzart Birke, die gegenüber der heimischen Fichte deutlich höhere statische Werte aufweist. Dadurch erreicht man für Träger und Tragsysteme mit hohen optischen Ansprüchen auffallend schlanke Querschnitte und damit Volumen-Einsparungen, die bisher mit Fichte nicht erreichbar waren. Auch beim Brettsperrholz ist man durch die Kombination der verschiedenen Holzarten in der Lage „Exzellente Oberflächen“ anzubieten.

EDV macht’s möglich

Angesprochen auf die Parameter, die derartige Steigerungen und Neuerungen ermöglichen, erklärt Geschäftsführer Dürregger: „Wie überall in der Industrie, werden auch in unserer Branche die Fertigungs- und Durchlaufzeiten immer kürzer. Das wird einerseits von den Kunden erwartet und andererseits erspart man sich dadurch große Lager- und Vorrats-Bestände. Man ist praktisch schon bei der industriellen Einzelstückfertigung angekommen!
Allerdings setzt das eine ausgeklügelte und verlässliche Planungs-, Material- und Transportlogistik voraus, die nur durch maßgeschneiderte Software-Systeme bewältigt werden kann. Ganz einfach erklärt: Sobald bei uns ein Auftrag fixiert ist, werden die Daten des Werkplanes in die EDV eingelesen. Damit werden im Hintergrund bereits gleichzeitig alle erforderlichen Bestellungen und Listen für Rohmaterialeinkauf, der Programmablauf des CNC-Zuschnittes, die Fertigungsstücklisten, Durchlaufzeiten, Leimverbrauch, Belegzeiten für die Maschinen, Verladeplanung und termingerechte LKW-Bereitstellungen erstellt und hinterlegt.“

Hasslacher Norica Timber

Das Unternehmen wurde 1901 von Jakob Hasslacher, dem Urgroßvater des heutigen Eigentümers Christoph Kulterer (amtierender Kärntner Industriellenpräsident), in Sachsenburg gegründet.
Mittlerweile ist HASSLACHER NORICA TIMBER international mit rund 1.000 Mitarbeitern an sieben Standorten in Produktion und Vertrieb tätig. Der Konzern-Jahresumsatz beträgt aktuell ca 250 Millionen Euro. Rund eine Million Festmeter Nadelholz werden jährlich geschnitten, in Sachsenburg und Stall im Mölltal steht das jeweils modernsten Brettschichtholz- und Brettsperrholzwerk Europas.
Erst vor wenigen Tagen setzte Hasslacher Norica Timber seine Expansion fort: Die Beteiligung mit 75 Prozent am deutsche Holzleimbau-Spezialunternehmen Hess Timber im Raum Frankfurt wird mit Jahresbeginn 2017 umgesetzt. Mit diesem Schritt geht Hasslacher Norica Timber noch stärker in die Weiterverarbeitung und stärkt seine Position am Weltmarkt.
Ende September wird auch das Firmenjubiläum „115 Jahre Hasslacher“, gleichzeitig mit dem 80.Geburtstag des Senior-Chefs DI Herbert Kulterer gefeiert.
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