16.07.2016, 14:00 Uhr

Illegale Mittelchen für prallere Muskeln

Ohne Schweiß kein Preis: Auch Hobbysportlern greifen zu "unterstützenden Mittelchen" (Foto: mev.de)

Hobbysportler unterschätzen die Gefahren des Dopings. Mehr Aufklärungsarbeit wird gefordert.

KLAGENFURT (mv). Der Griff zu leistungssteigernden Mittelchen macht auch vor Hobbysportlern nicht Halt. Erst vor wenigen Wochen wurde im Zuge einer bundesweiten Razzia ein Dopinglabor in Klagenfurt ausgehoben. Die Ermittler stellten 200 Kilogramm anabole Steroide sowie 500 Ampullen Dopingpräparate sicher. Laut Insidern handelte es sich dabei um "Mittelchen", die besonders bei den Kraftsportlern gefragt sind.


Verunreinigte Mittel

Während die Spitzensportler in Österreich von der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) regelmäßig kontrolliert werden, muss ein Hobbysportler keine Dopingkontrollen fürchten. "Seriöse Angaben über Doping im Hobbysport gibt es kaum. Es ist jedoch auffällig, dass weniger Sportler am Start erscheinen, wenn ein Veranstalter Kontrollen ankündigt", berichtet die Medizinerin Christiane Loinig, die in der Dopingprävention tätig ist. Ein Problem sieht die Medizinerin vor allem in der mangelnden Aufklärungsarbeit bei den Hobbysportlern. "Man muss unterscheiden, ob die Medikamente bewusst eingenommen werden – also um den Muskelaufbau zu steigern oder die Regeneration zu verbessern – oder unbewusst, wie etwa durch verunreinigte Nahungsergänzungsmittel", erklärt Loinig. Eine Gefahr stellt vor allem die unbekannte Herkunft der Präparate dar. "Die Dopingpräparate werden oft billigst produziert. Sicherheitskriterien wie bei Medikamenten gibt es daher nicht", sagt die Medizinerin.


Streben nach Idealbild

Die Gründe, warum ein Hobbysportler seine Gesundheit durch die Einnahme von Dopingpräparaten riskiert, kann Sportpsychologe Thomas Brandauer grob skizzieren. "Es geht primär um das Aussehen. Das Erreichen eines Idealbildes steht im Vordergrund, die Gesundheit spielt eine sekundäre Rolle", erklärt Brandauer und sieht darin eine Parallele zu Essstörungen. "Allerdings darf man keine Pauschalisierung vornehmen", warnt Brandauer.
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