08.03.2016, 12:27 Uhr

Fußball mit und ohne Schuhe oder: Freundschaftsspiele mit dem FC Tschetschenien

Klagenfurt am Wörthersee: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Am 5. März 2016 hielten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ihr jährliches Internationales Hallenfußballturnier ab, bei dem bereits zum 14. Mal um den „Wörtherseepokal“ gekämpft wurde. Fußballer aus Kärnten, Linz, Wien, dem Iran, Tschetschenien und den USA kamen in der Sporthalle Ferlach in Kärnten zusammen, um im Sinne der ursprünglichen Idee „spielerisch Brücken der Freundschaft zu bauen“. Der begehrte Wanderpokal ging diesmal an die „Sportfreunde“ der Gemeinde Linz. 

Heuer war es für den Organisator und Finanzier DI Heinz Mauch eine besondere Freude, dass sich der Kärntner Club „FC Tschetschenien“ unter Begleitung von Dr. Siegfried Stupnig (Vorsitzender des Vereins ASPIS) am kircheninternen Turnier beteiligte. Die tschetschenische Mannschaft wurde zum Großteil aus Opfern kriegerischer Gewalt gebildet, denen der Fußball die Möglichkeit bietet, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Gleich zu Beginn des Turniers stellte sich jedoch ein Problem ein. Fünf Spieler der Gruppe „Mission Impossible“ besaßen keine für die Sporthalle geeigneten Schuhe. Es ist unmöglich, Hallenfußball in Socken zu spielen, da dies ohne den Halt von Turnschuhen und rutschfesten Sohlen auf dem glatten Boden unweigerlich zu Unfällen führt, und für einen Spieler gibt es in einem solchen Fall weder Laufen noch Sprinten, keine Kehrtwendung und auch kaum die Möglichkeit, den harten Ball abzuschießen.
Bruder Mauch hatte wohlweislich zusätzlich zwei Paar Sportschuhe mitgebracht, die er an die Brüder weitergab. Doch noch immer standen drei Spieler in Socken da. „In diesem Augenblick“, erzählt Bruder Mauch, „als ich die Spieler in Socken vor mir stehen sah, musste ich an das Erscheinen des Engels Moroni vor dem Propheten Joseph Smith denken. Im Bericht des Propheten heißt es: der Engel war barfuß und 'stand in der Luft, denn seine Füße berührten den Boden nicht' (Joseph Smith, Lebensgeschichte, 31-32). Mir wurde klar, dass Engel keine Schuhe tragen. Und so sah ich diese Spieler vor mir stehen wie Engel!“ Er zog also seine eigenen Turnschuhe aus und bat auch andere Spieler mit geeigneter Schuhgröße, dasselbe zu tun und ihr Schuhwerk zu teilen. So wurden die Turnschuhe während des Spiels ständig weitergegeben, und diese Geste des Teilens machte die Begegnung der verschiedenen Sprachen, Kulturen und Religionen zu einer Begegnung im Geist Jesu Christi.

Zu diesem Austausch „bis in den Schweiß“, wie Bruder Mauch es ausdrückte, kam auch die Gelegenheit, ein eigenes 'Communication'-Team zu bilden. Es bestand aus Spielern die sich jeweils spontan zum Zusammenspiel meldeten, um die Gruppe 'Newmark' aus Neumarkt am Wallersee zu ersetzen, die ihre Anreise im letzten Moment absagen musste. Für den Zuschauer auf der Tribüne war es vor allem schön zu sehen, wie sich die Spieler nach jedem Match die Hände reichten und einander umarmten. Die Emotionen der Teams, die natürlich jeweils gewinnen wollten, waren auffallend gedämpft. Luca Merl von den „Sportfreunden“ Linz sagte in diesem Zusammenhang: „Beim Fußball geht es für mich persönlich hauptsächlich um Kommunikation.“ – Doch auch ums Gewinnen, wie sich zuletzt herausstellte. Die Linzer werden den eben gewonnenen Pokal jedoch im nächsten Jahr wieder gegen hoch motivierte internationale Fußballteams verteidigen müssen.
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