22.03.2016, 12:46 Uhr

Kahlschlag in der Franz Josehstraße entsetzt Anrainer und Grüne

(Foto: Grüne)
Kahlschlag kurz vor Frühlingsbeginn: GRÜNE Langenlois kritisieren weitreichende Baumfällungen in der Franz Josef-Straße am 16.3.2016

Aufgrund von Straßensanierungsmaßnahmen wurden am 16.3.2016 in der Früh in der Franz Josef-Straße über 15 Bäume gefällt, darunter auch Bäume, die keine Schäden aufwiesen. Auf Nachfrage eines Anrainers bei den mit den Fällungen beauftragten Arbeitern erhielt dieser die Auskunft, es würden alle, nicht nur „ein paar“ Bäume gefällt, wie den AnrainerInnen bei einer Begehung am 4.3. Nachmittag mitgeteilt worden war. Der radikale Kahlschlag kurz vor Frühlingsbeginn löst bei vielen BürgerInnen Fassungslosigkeit und Verärgerung aus. Die GRÜNEN Langenlois kritisieren mangelndes Bekenntnis zu aktivem Baumschutz und sprechen angesichts des geplanten „Natur im Garten“-Beitritts der Gemeinde Ende März vor einem Glaubwürdigkeitsproblem.

Kein schönes Bild bot sich AnrainerInnen und PassantInnen am 16. März in der Früh in der Verbindungstraße Franz Josef-Straße, die an den Langenloiser Sportplatz angrenzt. In der gesamten Straße wurden die Bäume gefällt. Die GRÜNEN Langenlois halten fest, dass sie über diese weitreichende Maßnahme im Vorfeld nicht informiert worden sind. Die GRÜNE Klubobfrau GRin Anita Stemberger-Chabek dazu: „Bekannt war uns lediglich, dass es zu einer Straßensanierung kommen wird, die in diesem Bereich auch erforderlich ist. Dass man diesem Vorhaben den gesamten Baumbestand der Straße bereitwillig opfert, ist weder notwendig noch absehbar gewesen. Das versichern uns auch vor Ort wohnende Grünraumfachleute.“

Vor einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem warnt die GRÜNE Umweltstadträtin Brigitte Reiter: „Es entsteht der unschöne Eindruck, dass man hier unmittelbar vor der Stadtratssitzung am Abend des 16.3. bzw. Gemeinderatssitzung am 31.3., auf deren Agenda der Natur im Garten-Beitritt von Langenlois steht, noch rasch Tatsachen schaffen wollte. Ein Vorgehen wie in der Franz-Josef-Straße ist nicht hinzunehmen, weil mit einem Bekenntnis zu Biodiversität und ökologischer Grünraumbewirtschaftung in der Stadt einfach unvereinbar. In der Verantwortung sehe ich hier insbesondere Bürgermeister, Bauabteilung und die für Straßen und Verkehr zuständigen Stadträte. Ich frage mich, “ so Reiter: „weiß hier die eine Hand nicht, was die andere tut?! Auf der einen Seite wird ganz bewusst ein/e Grünraum-ManagerIn für die Gemeinde gesucht, man will sich als Gartenstadt und Natur im Garten-Gemeinde positionieren. Auf der anderen Seite werden gesunde Bäume umgeschnitten. Bis neu gepflanzte Bäume dort wieder ihre Funktion erfüllen können, werden Jahrzehnte vergehen. Den Arbeitern, die die Baumfällungen vornehmen, ist bei all dem der geringste Vorwurf zu machen. Sie führen nur aus, was andere beauftragen.“

Die GRÜNEN Langenlois fragen sich auch warum nicht an eine verkehrsberuhigte Lösung für die Franz-Josef-Straße gedacht wird, sondern ganz im Gegenteil sogar eine Verbreiterung der Straße geplant ist? Bislang sind keine Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung geplant. Dies scheint wegen des angrenzenden Sportplatzes, bei dem reges Kommen und Gehen/Fahren mit Autos, Mopeds, Rädern stattfindet, wenig nachvollziehbar. Noch dazu befindet sich in unmittelbarer Nähe der Franz-Josefs-Park, den FußgängerInnen und RadfahrerInnen über diese Straße erreichen.

Stemberger-Chabek: Erhalt von Bäumen auch aus Kostengründen unterstützenswert
Der Erhalt von Bäumen sei auch unter Kostenkriterien zu betrachten, weist Klubobfrau GRin Stemberger-Chabek hin: „Bäume sind ein wertvoller Bestandteil der Infrastruktur der Gemeinde. Der Nutzen für das Gemeinwohl und das Klima in der Stadt, sowie der Wasserrückhalt sind mittlerweile unumstritten. Hier zählen jedoch erst Bäume, ab einer gewissen Größe und einem klar definierten, dichtem Blätterdach. Nicht umsonst fördert das Land NÖ den Erhalt von Bäumen. Die Kosten der Pflege sind bei sinnvoller Planung relativ gering, wie folgendes Beispiel deutlich macht: Die Pflege eines Baums in Paris kostet pro Jahr € 7,- bis € 9,-, in Berlin durch Fehlmanagement € 96,-.“
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Karl Maurer aus Krems | 22.03.2016 | 17:50   Melden
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