22.06.2016, 06:17 Uhr

Berufstätigkeit und Studium sind immer schwerer zu vereinbaren!

Laut der AK OÖ rückt das Studieren für Berufstätige in eine immer weitere Ferne! (Symbol)Foto: Ivica Stojak. Honorarfrei!
Linz: Arbeiterkammer OÖ | Laut der Presse-Aussendung der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) vom 19. 06. 2016 zeigen neueste Daten, dass Berufstätige Studierende es immer seltener schaffen, Job und Studium durchzuziehen. Verschärfte Bedingungen während des Studiums – viele Anwesenheitspflichten, insgesamt eine „Verschulung“ der Bachelor-Studien – zwingen viele berufstätige Studierende bereits in der Anfangsphase des Studiums zum Aufhören.

Die AK OÖ fordert deshalb ein Gegensteuern sowie eine umfassende Stipendienreform. Denn die soeben im Parlament beschlossenen Änderungen sind ihrer Meinung nach zu wenig weitreichend!

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat eine Sozialerhebung unter Österreichs Studentinnen und Studenten durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: Bereits eine Erwerbstätigkeit von sechs Stunden pro Woche wirkt sich negativ auf das Studium aus. Noch vor sechs Jahren lag dieser Wert bei zehn Stunden pro Woche. Angesichts der Tatsache, dass mehr als 60 Prozent aller Studierenden nebenbei oder sogar hauptberuflich arbeiten, ist das für die AK OÖ eine bedenkliche Entwicklung, weil viele einfach keine andere Wahl haben als dazuzuverdienen, um ihren Lebensunterhalt während des Studiums überhaupt noch bestreiten zu können.

Die AK OÖ ist davon überzeugt, dass ein wichtiger Grund dafür, auch das Studienförderungssystem ist, welches ihrer Meinung nach inzwischen mehr als rückständig geworden ist. Der Kreis jener nämlich, die „normale Studienförderung“ beziehen, sinkt jährlich und liegt derzeit nur noch bei zwölf Prozent. Als einen wichtigen Grund dafür sieht die AK OÖ in Tatsache, dass die Einkommensgrenzen der Eltern seit fast zehn Jahren nicht mehr an die Inflation angepasst wurden, und daher mittlerweile völlig realitätsfern sind. Aus der Sicht der AK OÖ braucht es deshalb eine kräftige Anhebung der Berechnungs- und Bezugsgrenzen sowie eine jährliche Inflationsanpassung.

Am Mittwoch wurde im Parlament zwar eine Reform der Stipendien beschlossen. Diese ist aber für die AK OÖ noch immer unzureichend, da aus ihrer Sicht nämlich die grundsätzlichen Probleme, wie eine Anpassung der Einkommensgrenzen, noch immer ungelöst geblieben sind. Darüber hinaus führt die AK OÖ die bereits beschlossenen Verbesserungen – etwa Rechtsanspruch auf Studienabschluss-Stipendium (SAS), Verlängerung der Rückzahlfrist beim SAS oder höhere Förderung für ältere Studierende – so wie so auf ihre eigenen langjährigen Forderungen zurück.

Mitverantwortlich für die schwierige Vereinbarkeit von Studium und Beruf sind außerdem die Studienbedingungen in den Bachelorlehrgängen an den Unis: Strenge Anwesenheitspflichten, häufig verbunden mit zahlreichen kleinen Prüfungen bereits in der Eingangsphase der Studien, zwingen gerade berufstätige Studierende schon im ersten Jahr wieder zum Aufhören. Deshalb sind hier aus der Sicht der AK OÖ alle Universitäten gefordert, eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf zu ermöglichen.
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Hannelore Zibar aus Landstraße | 26.06.2016 | 20:33   Melden
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