25.08.2016, 15:47 Uhr

Die Riesen werden losgelassen

Der Mariapfarrer Samson. Flankiert wird der Riese von zwei Zwergen.

Samsontreffen mit 16 Riesenfiguren beim Jubiläumsfest 125 Jahre TMK und 80 Jahre Samsongruppe Mariapfarr.

MARIAPFARR (pjw). 93 Kilogramm ist er schwer, 6,4 Meter ist er groß – der Mariapfarrer Samson. "Erstmals urkundlich erwähnt wurde unser Samson im Jahre 1935", erzählt Samsongruppen-Obmann Stefan Neumann, der neben Peter Bacher und Andreas Planitzer auch einer der drei Samsonträger des Ortes ist. Begleitet wird der "Pfåchpichla Samson" von einem Zwergenpaar. Jeder der beiden Zwerge wiegt immerhin 23 Kilogramm.

"Schönheitskur" war nötig

"Im 35er-Jahr wollte der damalige Kooperator Josef Stöckl, dass in Lungaus Urpfarre, Mariapfarr, das Samsonbrauchtum wiederbelebt wird", erzählt Obmann Neumann. "Ein Schönling war dieser Ur-Samson der 30er-Jahre allerdings nicht. 1949 wurde er quasi einer Schönheitsoperation unterzogen und hat einen neuen Kopf bekommen; mit diesem tanzt er auch heute noch auf!"

16 Riesen auf einem Fleck!

Im inneralpinen Raum gibt es – den Nagel-Samson von Tamsweg ausgenommen – zwölf Samsone: zehn im Lungau (Mariapfarr, Mauterndorf, Muhr, Ramingstein, St. Andrä, St. Margarethen, St. Michael, Tamsweg, Unternberg, Wölting) und zwei in der Steiermark (Krakau und Murau). Dieses Dutzend sowie vier Riesenfiguren aus der Gegend der Mariapfarr Partnergemeinde Matadepera (Katalonien/Spanien) werden am 3. September anlässlich 80 Jahre Samsongruppe Mariapfarr gemeinsam in Mariapfarr auftreten. "Eigentlich ist unsere Samsongruppe ja bereits 81 Jahre alt", rechnet Neumann vor und erklärt, "doch wir feiern die vergangenen acht Jahrzehnte erst heuer, da unsere Trachtenmusikkapelle Mariapfarr heuer ihr 125-jährige Bestehen feiert. Samson und Blasmusik gehören eng zusammen; daher auch das gemeinsame Jubiläumsfest, das von Freitag, dem 2. September, bis Sonntag, dem 4. September dauert."

Wer ist dieser "Samson"?

Johann König aus Mauterndorf ist der Fachreferent für Samson in der Servicestelle "Lungauer Volkskultur". König erklärt: "Beim Samson handelt es sich um eine alttestamentarische Figur mit übermenschlichen, in seinen langen Haaren liegenden Kräften. Er stellt symbolisch den Kampf der Juden gegen die Philister dar. Mit einem Eselunterkieferknochen hat er bei Lehi tausend Philister erschlagen. Aus diesem Grund trägt jeder Lungauer Samson einen solchen Kieferknochen bei sich. Die Geliebte von Samson, die Philisterin Delilah, verriet Samsons Geheimnis. Daraufhin wurde der Held seines Haares beraubt und seine Riesenkraft war dahin."
Weltweit gibt es zwar viele Regionen mit Riesenfiguren, Samsone gibt es traditionsbedingt allerdings nur in der Region Lungau und Murau – und: einen in Ath in Belgien.

Das große "Fest Mariapfarr 2016"

Am Freitag (2. September) findet ein Festakt statt – Thema: „Weltfrieden”. Ein für das heurige 200-Jahr-Jubiläum des Textes „Stille Nacht, Heilige Nacht” komponierter Marsch wird uraufgeführt.
Am Samstag (3. September) findet das große Samson- und Riesentreffen mit Gastkapellen aus Österreich sowie einer katalonischen Kapelle statt. Auch eine Verschwisterungsfeier zwischen Mariapfarr und Matadepera wird es geben, ebenso das musikalischen Bühnenduell "OÖ trifft Tirol".
Am Sonntag (4. September) bildet das Bezirksmusikfest des Lungauer Blasmusikverbandes den Abschluss. Teilnehmen werden alle Lungauer Kapellen sowie Gastensembles. Erwartet werden rund 1.000 Musikanten.
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