22.06.2016, 12:53 Uhr

Bessere Hilfe für Senioren: Flexible Besuchszeiten bei Kontaktbesuchen

Matthias Pospisil und Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery mit Karl Scheibenpflug und Kontaktbesucherin Elisabeth Prager (v.li.n.re.)

Als Pilotprojekt startet als erster Bezirk Wiens Margareten mit einer neuen, flexiblen Gestaltung der Kontaktbesuchszeiten.

MARGARETEN. Die Stadt Wien stellt zahlreiche Angebote für Senioren in allen Lebenslagen. Freizeitangebote, individuelle Betreuungsleistungen, umfassende Pflege bis hin zur Wohnmöglichkeit in einer Senioreneinrichtung. "Der Kontaktbesuchsdienst hat die Aufgabe darüber zu informieren, persönliche Fragen zu beantworten und Senioren entsprechend zu beraten", erklärt Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery die Funktion des 1977 gegründeten kostenlosen Services der Stadt Wien.

"Bisher haben unsere vier Margaretner Kontaktbesucherinnen nur am Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr ihre davor schriftlich angekündigten Hausbesuche gemacht. Künftig können sich alle Margaretner ab 75 Jahren Zeit und Ort für den Kontaktbesuch individuell vereinbaren." Und sich mit der Kontaktbesucherin nicht nur zu Hause wie bisher, sondern auch in der gemütlichen Atmosphäre im Kaffeehaus um´s Eck treffen. Das Pilotprojekt läuft vorerst bis Ende 2016. "Wenn es sich bei uns bewährt, wird es sicher auch in anderen Bezirken eingeführt."

Vor verschlossenen Türen

"Ich selbst bin schon oft vor verschlossener Türe gestanden, obwohl der Termin schriftlich angekündigt war", erklärt Elisabeth Prager, seit 1999, als Kontaktbesucherin in Margareten unterwegs. "Vielleicht, weil man einfach fremde Menschen nicht gerne in die Wohnung lässt, oder der schriftlich angekündigte Zeitraum für den Besuch nicht ideal war, man gerade da etwas anderes vorhatte.“ Das soll sich jetzt ändern.

“Wir versenden die Einladungen, sich bei uns für einen Kontaktbesuch zu melden grätzelweise, um eine möglichst rasche, flächendeckende Betreuung gewährleisten zu können”, so Schaefer-Wiery und ergänzt: “Es ist wichtig, dass die Senioren mit ihren ganz individuellen Bedürfnissen gut beraten werden. Jeder möchte doch so lange wie möglich zu Hause in vertrauter Umgebung gut leben können. Dazu hat die Stadt Wien umfangreiche Angebote und Leistungen, die nur dann etwas bringen, wenn man sie kennt und nutzt!” Auch einfache Dinge, wie das Fensterputzen, oder Einkaufengehen, können mit dem Alter schwierig werden. Aber auch hier gibt es Angebote und Lösungen. “Wir gehen mit den besuchten Senioren unseren Gesprächsleitfaden durch, der übrigens gleich elektronisch verarbeitet wird, und informieren über alle Hilfestellungen, die die Lebensqualität unserer Senioren verbessern können”, so Elisabeth Prager.

Endlich wieder Lebensfreude

Karl Scheibenpflug war vor drei Jahren mit seiner Weisheit am Ende: Seine Frau lag pflegebedürftig zu Hause, kaum war die Heimhilfe gegangen, begann für den damals 75jährigen sein eigener rund um die Uhr Pflege-Alltag mit schlaflosen Nächten. “Ich wusste nicht mehr, was tun. Die Beratung und sofortige Hilfe einer Kontaktbesucherin hat mein Leben zum Guten verändert”, erklärt Scheibenpflug.

Schon 14 Tage später war eine Wohnung und ein Pflegeplatz für ihn und seine Frau im Pensionsitenwohnhaus Margareten fix. “Ich konnte endlich wieder durchatmen und habe meine Lebensfreude wieder gefunden, Dank einer Kontaktbesucherin.” Im Büro der Bezirksvorstehung ist Projektkoordinator Matthias Pospisil für die Terminvereinbarungen zuständig.Telefonischer Kontakt: 01 4000 05116. Bitte einfach melden.
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