24.03.2016, 00:13 Uhr

Lotte Tobisch’s 90. Geburtstag im Marchfelderhof

Lotte Tobisch mit den Kammersängerinnen Ulrike Steinsky und Hilde Zadek und Marchfelderhof Chef Gerhard Bocek

„Ich war ein sehr schlimmes Kind“


Sie ist ein praktischer Mensch, hat ein Gedächtnis wie ein Elefant, ist im goldenen Käfig aufgewachsen und relativ gesund, sagt die österreichische Theater-, TV- und Filmschauspielerin Lotte Tobisch-Labotýn – Inbegriff der eleganten Wiener Salondame über sich selbst: „Gelassenheit und die Fähigkeit der Selbstironie sind wichtig. Ich plane nur für die nächsten Tage, denn ich will den lieben Gott nicht zum Lachen bringen.“

Im Marchfelderhof feierte nun die einstige, 15 Jahre lange Wiener Opernball Organisatorin ihren 90. Geburtstag: „Ich habe immer noch ein Tempo, dass ich mich selber wundere.“
Werner und Martina Fasslabend, Josefstadt-Schauspielerin Marianne Nentwich, der israelische Pantomime Samy Molcho, Schauspielerin Helga Papouschek und Gatte KS (Kammersänger) Kurt Schreibmayer, Volksopernsänger Gerhard Ernst, KS Sona Ghazarian, eine der berühmtesten Gesangslehrerinnen weltweit Hilde Zadek (sie wird heuer 99), Friedrich Schwardtmann, Dany Sigel, Edith Leyrer und die „Künstler helfen Künstler“ Geschäftsführerin Anneliese Fritthum gratulierten der „ich bin nicht sentimentalen“, aber doch gerührten Grande Dame, die sich von Kammersängerin Ulrike Steinsky das Lied „wenns amoi aus wird sein“ wünschte und lakonisch hinzufügte: „Ich staune, dass ich noch da bin, aber Nestroy sagte schon „Es ist noch jeder gestorben, das werde ich auch überleben.“

Das Geburtstagsständchen des Blasorchesters der „42er Regimentskapelle Deutsch Wagram“ dirigierte die quirlige Jubilarin selbst.
Die Geburtstagstorte war eine echte Überraschung, denn Tortenkünstlerin Manuela Ensfelder erfand extra die herrliche "Tobischtorte" aus Marzipan, Schokolade, Mandeln und Krokant. Zudem verwöhnte Marchfelderhof Küchenchef Christian Langer mit einem extrafeinen Dinner.

Als einzige Tochter einer vermögenden Industriellenfamilie aus gutem Haus hatte sie schon als Kind und Jugendliche viel Widerspruchsgeist und war zum Leidwesen ihrer Mutter immer dagegen, hat grundsätzlich nein gesagt und ist 18jährig von zu Hause auf und davon gegangen.

Auf eine Cocktailparty zu gehen ist Tobisch nur dann bereit, wenn sie als Präsidentin des Vereines „Künstler helfen Künstlern“, für das Heim in Baden, oder andere soziale Projekte, viele Spenden bekommt. Badens Bürgermeister a. D. August Breininger überreichte einen gesammelten Spendenbetrag von 1000 Euro.
Lotte Tobisch hat sich selber und den anderen nie etwas vorgemacht. Sie ist wie sie ist, emanzipiert und ungeduldig, aber mit Stil und Grandezza. Sie erhielt vor vielen Jahren den Ehrenring des Burgtheaters.
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