15.09.2016, 11:02 Uhr

Neues System am Krankenhaus Oberwart erhöht die Patientensicherheit

Pflegedirektor Andreas Schmidt (li.), LR Norbert Darabos und Krages-Geschäftsführer René Martin Schnedl präsentieren das neue „Manchester Triage System“ am LKH Oberwart. (Foto: LMS)

Im LKH Oberwart wird die Patientenbehandlung nach der medizinischen Dringlichkeit gereiht

OBERWART. Um die Patientensicherheit zu erhöhen, wurde mit 1. Juni 2016 das „Manchester Triage System“ im Krankenhaus Oberwart eingeführt. Unter Ersteinschätzung (Triage) versteht man eine Methodik, mit der man binnen kürzester Zeit den Schweregrad einer Verletzung oder einer Erkrankung feststellt, um dann in weiterer Folge die Behandlungsdringlichkeit festzulegen. Details dazu präsentierten Gesundheitslandesrat Norbert Darabos, KRAGES-Geschäftsführer René Martin Schnedl und der Pflegedirektor Andreas Schmidt.

Steigendes Patientenaufkommen

Im Krankenhaus Oberwart wurde im Jahr 2015 mit 47.972 Patientenkontakten in der Notaufnahme ein neuer Höhepunkt der Patientenversorgung erreicht. „84 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer sind mit dem Gesundheitssystem im Burgenland sehr zufrieden oder zufrieden. Das heißt, 15 Prozent sind weniger bis gar nicht zufrieden. Wir wollen auch diese mit ins Boot holen und dort ansetzen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht“, so Darabos.

Besserungen

Es sei im Krankenhaus Oberwart bereits gelungen, die Wartezeiten bei MRT- und CT-Untersuchungen zu verringern. Auch das neue System werde dazu beitragen, die Patientenzufriedenheit zu erhöhen, ist Darabos überzeugt. Eine generelle Verringerung der Wartezeit sei dabei nicht primäres Ziel, erklärt Pflegedirektor Andreas Schmidt, sondern „die Behandlung der Patienten nach medizinischer Dringlichkeit zu reihen. Kritisch kranke oder verletzte Patienten werden vorgezogen und werden so rasch wie möglich behandelt.“

„Manchester Triage System“ kurz erklärt

MTS ist ein standarisiertes Ersteinschätzungsinstrument, welches Patienten in Notaufnahmen nach Behandlungsdringlichkeit einschätzt. Alle Akutpatienten werden zunächst in der Zentralen Aufnahme- und Erstversorgungsschalter (ZAE) administrativ erfasst. In Folge werden in der Ersteinschätzung die aktuellen Symptome und Beschwerden der PatientInnen durch eigens dafür geschultes Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (DGKP) erhoben. Anhand von festgelegten Logarithmen erfolgt die Festlegung der Behandlungsdringlichkeit, welche in fünf Dringlichkeitsstufen dargestellt ist: Von "Rot-Sofort" bis "Blau-Nicht dringend" mit einer Wartezeit bis zu 120 Minuten.

Ausgenommene Personen
Davon ausgenommen sind Patienten, die mit dem Notarztwagen oder dem Notarzthubschrauber eingeliefert werden, Schwangere und Kinder. „Das , Manchester Triage System‘ ist eine wunderbare Option für große Krankenhäuser mit einer hohen Patientenfrequenz, um die Effektivität zu steigern“, sagt René Martin Schnedl abschließend.
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