29.03.2016, 10:06 Uhr

Freie Fahrt für 'unsere' Radler

Laut § 33 des Forstgesetzes ist im Wald alles erlaubt was unter "Gehen" verstanden wird.

Radfahren auf Forststraßen - ja oder nein? Wir sprachen mit Naturfreunden und Bezirksjäger.

PIELACHTAL (ah). Das milde Wetter treibt den einen oder anderen Mountainbiker schon wieder auf sein geliebtes Rad, um die erste Tour zu starten. Dass es in den letzten Jahren immer wieder zu Diskussionen zwischen Wanderern, Förstern, Jägern und Radlern kam, ist hinlänglich bekannt. Die Aktion "JA zum Radfahren auf Forststraßen" am 8. April der Naturfreunde Österreich, bringt das Thema wieder zur Diskussion. Die Landesvorsitzende der Naturfreunde NÖ Karin Scheele informiert: "Auch im Pielachtal werden wir etwas machen, um auf das Thema aufmerksam zu machen." Bereits 64.000 Unterschtützungserklärungen konnte der Verein sammeln. Die Forderungen der Naturfreunde sind klar: "Bewegung in freier Natur ist ein unverzichtbares, individuelles und gesellschaftliches Bedürfnis. Schon jetzt benutzen 70 % der Radfahrer ausschließlich Forststraßen und machen sich damit bis auf wenige Ausnahmen (gekennzeichnete Mountainbikerouten) nach der derzeitigen Gesetzeslage strafbar. Wir fordern deshalb die Legalisierung und Entkriminalisierung von Radfahrern."

Pro und Contra
Die Stimmen der Gegner, "Störung des Wildes" und "Gefährdung von Wanderern" entkräftet Scheele: "Wir können jedes dieser Argumente mit sachlichen Erklärungen widerlegen. Radfahrer sind Erholungssuchende wie Spaziergänger, Nordic-Walker, Läufer (...). Viele Großgrundbesitzer wollen einfach keine Menschen im Wald haben und dieses Gutsherrendenken wird immer stärker spürbar." Bezirksjäger Johannes Schiesser, der u.a. für Jagdangelegenheiten im Tal zuständig ist, sieht das anders: "Der Wald ist Lebensraum für wildwachsende Pflanzen und Wildtiere. Der ständig steigende Freizeitdruck auf den Wald hat die Lebensräume der Wildtiere bereits stark eingeschränkt. Ungeregelter Mountainbiker-Verkehr würde Wildtiere zusätzlich beunruhigen und massiv bei der Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung und Jungenaufzucht stören. Der Schutz der Natur verträgt keinen generellen Mountainbiker-Verkehr auf Forststraßen." Die Vorsitzende der Naturfreund entgegnet Schiesser ein Beispiel aus Bayern, wo das "Zusammenleben" zwischen Radfahrern, Jägern, und Grundbesitzern gut läuft: "Dort sind alle Forststraßen für Radfahrer legal benutzbar. Laut der Forstdirektion gibt es keine Störung des Wildes, die Abschusszahlen werden ganz normal erreicht. Das Wild sucht sich Ruhezonen und wird durch Menschen nicht gestört. Probleme und Konflikte mit Wanderern gibt es auf der Forststraßen nicht. Das alles bestätigen uns auch die 'modernen' Jäger in NÖ." Bezirksjäger Johannes Schiesser: "Der Wald in Österreich ist zu 80% in privater Hand und gehört rund 142.000 Familien, die vom Wald auch leben. Die aus Naturschutzgründen schmalen Forststraßen sind nicht auf freien Radverkehr ausgelegt und dienen auch als Arbeitsplatz. Die generelle Öffnung der Forststraßen zum Radfahren ist abzulehnen."

Mountainbike-Strecken im Pielachtal

Zehn Mountainbike-Routen führen durchs Pielachtal, die derzeit legal befahren werden dürfen.
Mariazellerbahn - Strecke von Winterbach bis Gh. Labenbacher, 64,8 km
Wolfsleiten, Frankenfels: Start Bahnhof Frankenfels, 26,6 km
Loicher Panoramarunde: Start Bahnhof Loich, 23,5 km
Eibeck-Runde: Start Ortszentrum Frankenfels, Nattersbrücke, 13,2 km
Fronberg-Luft-Route: Start Bahnhof Kirchberg, 16,4 km
Thalhof-Route: Start Bahnhof Kirchberg, 12,7 km
Dörfl auf der Eben-Route: Start Bahnhof Kirchberg, 13,5 km
Geisbühel-Strecke: Start Bahnhof Rabenstein, 16,7 km
Kaiserkogel-Strecke:Start Rabenstein, 22,2 km
Family-Strecke - Hofstettnerberg-Runde: Start Bahnhof Hofstetten-Grünau, 19,9 km
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