03.08.2016, 19:00 Uhr

Nahrungsmittelintoleranz oder Nahrungsmittelallergie: Das ist der Unterschied

Wein oder lang gereifter Käse sind histaminhaltig, bei vielen Menschen löst dies eine Nahrungsmittelunverträglichkeit aus. (Foto: Maksim Shebeko/Fotolia)

Eine Unterscheidung ist zwar oft schwer, aber wichtig.

BEZIRK. Unwohlsein, Müdigkeit, Blähungen, Durchfall, Verstopfungen oder Müdigkeit. Viele Menschen klagen über Beschwerden nach dem Essen. Dahinter verbirgt sich oft eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz. "Umgangssprachlich redet man häufig davon, auf etwas 'allergisch' zu sein. Meistens handelt es sich jedoch um keine 'echte' Allergie, sondern um eine Intoleranz des Körpers", informiert Thomas Weigel, Diätologe am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried.


Nahrungsmittelunverträglichkeit

Dabei ist der Organismus nicht in der Lage, bestimmte Nahrungsmittelbestandteile zu verdauen oder über den Stoffwechsel zu verarbeiten. "Die Laktoseunverträglichkeit, also Milchzuckerunverträglichkeit, die Fruktosemalabsorption, also die Fruchtzuckerunverträglichkeit, sowie die Histaminintoleranz, die sich zum Beispiel bei Wein und Käse bemerkbar macht, sind die häufigsten Formen der Nahrungsmittelunverträglichkeit", weiß Weigel.

Nahrungsmittelallergie

Bei der Allergie hingegen kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems gegenüber harmlosen Substanzen in Lebensmitteln. Als Folge können Reaktionen auf der Haut, den Schleimhäuten und den Atemwegen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Unterscheidung wichtig

Für den Laien ist die Unterscheidung zwischen Allergie und Unverträglichkeit oft schwierig, aber sehr wichtig. "Bei einer Allergie müssen die Betroffenen komplett auf diese allergieauslösende Substanz in Lebensmitteln verzichten. Bei einer Unverträglichkeit gilt es, sich einzuschränken – hier ist es wichtig, die individuelle Toleranzschwelle der jeweiligen Lebensmittel zu finden", erklärt der Diätologe.

In den meisten Fällen müsse bei einer Unverträglichkeit nicht vollständig auf die beschwerdeauslösenden Lebensmittel verzichtet werden. Der Grund: Durch den völligen Verzicht kann der Körper den Umgang mit ihnen nicht trainieren. "Deshalb ist es möglich, dass später auch eine deutlich geringere Menge der ansonsten gemiedenen Lebensmittel bereits Beschwerden auslöst. Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Essen und Trinken außer Haus. Die Ernährungsform bei Intoleranzen sollte nicht auf die ganze Familie übertragen werden", weiß Weigel. Der Experte rät: "Betroffene sollten ein Lebensmittel-Tagebuch führen. Dieses hilft herausfinden, welche Produkte Beschwerden verursachen."

Bei Beschwerden sei eine ärztliche Abklärung unbedingt notwendig. Anhand von Tests können sowohl Nahrungsmittelintoleranzen als auch Allergien festgestellt werden.
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