05.04.2016, 08:39 Uhr

Schwierige Zeiten, aber keine Kreditklemme

Herbert Mairhofer, WKO-Obmann Rohrbach, Sparkassen-Vorstandsdirektoren Klaus Klopf, Ignaz Kopf und Reinhard Stadler, Obmann der WKO Urfahr-Umgebung (v. l.).

Mühlviertel-Millionen beweisen, dass Sparkasse Mühlviertel West an die Unternehmen glaubt.

BEZIRK (wies). Immer mehr Auflagen und ständig neue Vorschriften setzen der Sparkasse Mühlviertel West ganz schön zu. "Das hat längst ein unerträgliches Maß erreicht, aber unsere Kunden sollen nichts von den Vorschriften und Auflagen spüren", sagt Klaus Klopf, Vorstandsdirektor der Sparkasse Mühlviertel West. "Wir haben eines der schwierigsten Jahre hinter uns und gehen in ein noch schwierigeres", sagte Klopf. Das Institut selbst ist auf einem soliden Gewinnkurs. "Das Betriebsergebnis stieg um sechs Prozent auf 3,8 Millionen Euro", berichtet Vorstandsdirektor Ignaz Kopf.

64,89 Millionen
60 Millionen Euro hatte die SMW für Unternehmen, Freiberufler und private Haushalte an Krediten reserviert, um die Wirtschaft und den Konsum anzukurbeln. Letztlich wurden fast 65 Millionen Euro vergeben. "Wir wollen auch 2016 nichts von einer Kreditklemme spüren lassen und wollen die Regionen Rohrbach und Urfahr-Umgebung intensiv mit Finanzierungsmitteln versorgen", sagte Klopf.

Gute Eigenkapitalquote
Im Vorjahr wurden die Kundeneinlagen um 8,3 Prozent auf 495 Millionen Euro gesteigert. "Das Kreditvolumen stieg um 3,5 Prozent auf 377 Millionen Euro", berichtet Ignaz Kopf. Die Eigenkapitalquote der Sparkasse Mühlviertel West liegt bei 18,7 Prozent.

Stimmung aufhellen
Dass ein wirtschaftlicher Aufwärtstrend in den Bezirken Urfahr-Umgebung und Rohrbach zu spüren sei, die Stimmung aber noch nicht in jeder Branche ganz positiv ist, bestätigen die beiden Obmänner der Wirtschaftskammer, Reinhard Stadler (UU) und Herbert Mairhofer (RO). Ein Stimmungskiller in beiden Bezirken sei vor allem der erneut verschobene Baubeginn des Westrings. "Ende 2016 soll es aber endlich losgehen", sagt Mairhofer. Er will außerdem in Rohrbach Bürgerbeteiligungsmodelle – zum Beispiel für ein Kino – forcieren. "Wir brauchen auch ein Kompetenzzentrum für Büro-, Werkstätten- und Lagerräume für Start-Ups oder kleine Handwerksbetriebe", sagt Mairhofer.

Stau ist Nachteil für Firmen
Kritik kommt von ihm am Abbriss der Eisenbahnbrücke in Linz. "Jahrzehntelang fordern wir eine vierte Donaubrücke. Jetzt haben wir nur mehr zwei", sagte Mairhofer. "Es tut einem das Herz weh, wenn man die vielen Firmenfahrzeuge im Stau stehen sieht. Das kostet alles unnötig Geld", so Reinhard Stadler. Stadler bezeichnete die Linzer Verkehrspolitik als naiv, merkt aber auch Positives zu seinem Bezirk an, in dem 80 Prozent der Bevökerung auspendelt: "Es ist uns gelungen, den Kaufkraftabfluss zu verringern." Ein langsamer Bewusstseinsbildungs-Prozess sei in Gang gekommen, die Initiativen würden Wirkung zeigen. Um die Unternehmer bei der Personalsuche und dem langen Erhalt von Mitarbeitern zu unterstützen wurde die GUUTE-Personalinitiative gegründet.

Zur Sache:

Das gesamte Einlagevolumen der Sparkasse Mühlviertel West (Wertpapierdepot, Versicherungsvolumen, Bausparanleihevolumen und die Giro-, Spar- sowie eigene Emissionen) betragen 830 Millionen Euro (2014: 795 Millionen Euro).
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.