27.06.2016, 10:04 Uhr

Besucherschwund bei Biennale macht Fördergeber Politik nervös

NEOS-Klubobmann Christoph Starzer: "Das Konzept der Biennale muss kritisch überdacht werden."

Kontrollamtsbericht zeigt: Pro verkauftem Ticket schießt die Stadt 236 Euro Fördergelder bei. Eigenfinanzierung sank seit 2009 von 25 auf 16 Prozent.

Bgm. Heinz Schaden: "Ich stehe zu 100 Prozent hinter dem Biennale-Vorstand, der das Festival künstlerisch retten will."

Die Biennale, ein alle zwei Jahre stattfindendes Festival für zeitgenössische Kunst erhält 300.000 Euro von der Stadt Salzburg direkt als Förderung sowie weitere 300.000 Euro indirekt aus dem Stadtbudget – über den Altstadtverband. Einem Prüfbericht des Kontrollamts zufolge wurde das Festival seit 2009 aus Kostengründen in seiner Dauer verkürzt, in kleineren Räumen und mit weniger Karten abgehalten. Der Finanzierungsanteil der Stadt stieg seither – weil Land und Bund ihre Förderungen zurückfuhren und weniger Sponsoren- und Eintrittsgelder eingenommen wurden – von 57 auf 73 Prozent. Gleichzeitig sank der Eigenfinanzierungsgrad des Festivals von 25 auf 16 Prozent. Dass auch die Besucherzahlen seit 2009 von 7.816 auf 2.540 sind, liegt auf der Hand: Anstelle von 10.470 Eintrittskarten im Jahr 2009 wurden 2015 nur mehr 2.820 Karten aufgelegt.


NEOS-Klubobmann Starzer: "Biennale ist sinnvoll, aber dieses Konzept ist nicht mehr zu verantworten"

"Somit hat die Stadt je Besucher 236 Euro ausgegeben. Das ist, gelinde gesagt, kein gutes Ergebnis und sollte die Verantwortlichen veranlassen, das Konzept der Biennale kritisch zu überdenken – auch wenn ein Festival zeitgenössischer Musik für den Veranstalter nie ein großere finanzieller Erfolg sein kann", betont NEOS-Klubobmann Christoph Starzer.

ÖVP-Klubobmann Fuchs: "Brauchen kein Orchideenfestival, sondern etwas mit touristischer Strahlkraft"

ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs: "Wir wollen eine Neuaustrichtuung der Biennale, weg von zeitgenössischer Musik hin zu zeitgenössicher bildnerischer Kunst. Damit könnten wir Kunst mit touristischer Strahlkraft verbinden."


SPÖ-Klubobmann Auinger: "Reform ja, aber wir stehen zur Biennale"

SPÖ-Klubobmann Bernhard Auinger betont, dass die SPÖ zur Biennale stehe, aber: "Die Bennale braucht Reformen, vor allem was die Auslastung und das Verhältnis von Fördergelder und verkauften Tickets angeht."


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