05.07.2016, 10:30 Uhr

Pfarrkirche glänzt wie vor 99 Jahren

Pfarrkirchenratsobmann Herbert Lindner und Baumeister Anton Kraibacher in der neu renovierten Pfarrkirche Obertrum

Genau 99 Jahre nach dem verheerenden Brand wurde die Kirche von Grund auf saniert und renoviert.

"Bei der Renovierung haben wir noch Rußspuren unter dem Verputz und Marmortafeln, die durch die Hitze verglast sind, gefunden", erzählt Herbert Lindner. Zusammen mit Baumeister Anton Kraibacher hat der Obertrumer die Generalsanierung der Pfarrkirche Obertrum geleitet und organisiert. Die war dringend notwendig, weil die nach dem Brand vor 99 Jahren wiederaufgebaute Kirche in einem desolaten Zustand war.
"Wir haben die Kirche am 7. April zu Ostern 2015 ausgeräumt und sind für Gottesdienste in ein Zelt als Ersatzquartier ausgewichen. Am 5. Dezember haben wir – zwar auf Stühlen, weil Bänke hatten wir noch keine – schon wieder Gottesdienst in der Kirche gefeiert", berichtet Lindner, der auch Pfarrgemeinderatsobmann ist.

Zwei Millionen Euro Kosten


Noch ist nicht alles abgerechnet, aber die Gesamtkosten werden sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen. "Geschafft haben wir das, weil alle zusammengehalten haben", erzählt Herbert Lindner. Die Pfarre habe 15 bis 20 Jahre lang eisern gespart, "mit einer Haussammlung haben wir diesen Betrag auf 400.000 Euro verdoppelt. Ein Drittel der substanzerhaltenden Maßnahmen hat die Finanzkammer der Erzdiözese bezahlt, vom Land haben wir 215.000 Euro Förderung erhalten und die Gemeinde Obertrum und das Bundesdenkmalamt haben ebenfalls beigetragen. Aber: Ohne die vielen Sach- und Personalspenden der Obertrumer Betriebe wäre das nicht gegangen. Wir hatten einen Helfer, der ein Jahr lang ehrenamtlich auf der Baustelle mitgearbeitet hat", betont Herbert Lindner.

Neue Technik und alte Farbe

Die Kirche – in den 20er-Jahren von der Halleiner Bildhauerfamilie Adelhart ausgestattet – erstrahlt nun nicht nur in den Originalfarben, sondern wurde auch mit modernster Technik ausgestattet: Mittels Bauteilerwärmung werden die Außenmauern aufgeheizt, sodass sich dort keine Feuchtigkeit mehr festsetzen kann. Über eine Drainage im Boden wird feuchte Luft aus den Fundamenten abgezogen. Die alte Ölheizung, die heiße Luft aus dem Boden geblasen und damit viel Staub aufgewirbelt hat, wurde durch Fernwärme ersetzt. Komplett neue Elektroinstallationen, LED-Lampen und ein von einem Lichtplaner entworfenes Beleuchtungskonzept sorgen für die richtige Dosis Licht.

Jetzt kommt Orgel dran

Der alte Terrazzo-Boden wich einem aus Untersberger und Adneter Marmor, das Taufbecken wurde ins Zentrum gerückt und auch der Ambo – das Lesepult für den Pfarrer – ist nun aus Marmor. Das einzige, was nun noch aussteht, ist die Renovierung der Orgel. Sie ist die österreichweit letzte Orgel aus der Zwischenkriegszeit der 30er-Jahre und soll als Kulturerbe ebenfalls erhalten werden.
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