09.06.2016, 09:10 Uhr

"Rad oder Auto" ist nicht mehr zeitgemäß

SALZBURG (lg). Die Einteilung der Verkehrsteilnehmer in "die Autofahrer" oder "die Radfahrer" ist überholt. Viele Autofahrer fahren auch Rad, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage von Integral im Auftrag des VCÖ zeigt. 60 Prozent der Autofahrenden nutzen das Rad als Verkehrsmittel im Alltag, inklusive jener, die Radausflüge oder Radfahren als Sport betreiben, sind es sogar 70 Prozent der Autofahrer. Der VCÖ fordert den Ausbau der Radfahr-Infrastruktur und Rad-Highways in Ballungsräumen. "Die Einteilung in 'die Autofahrer' oder 'die Radfahrer' ist überholt und für das heutige Mobilitätsverhalten der Bevölkerung nicht mehr zeitgemäß. Das Mobilitätsverhalten wird vielfältiger. Je nach Zweck wird das am besten geeignete Verkehrsmittel gewählt", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Mit dem Fahrrad ins Kino oder zum Sportplatz

60 Prozent von Österreichs Autofahrern nutzen das Fahrrad als Verkehrsmittel, also um beispielsweise zur Arbeit zu fahren, Einkäufe zu erledigen oder um ins Kino, Café, Sportplatz oder Schwimmbad zu fahren. Auch bei jenen, die mehrmals die Woche mit dem Auto fahren, ist der Anteil der Alltagsradfahrer mit 56 Prozent hoch. In der Gruppe der Autofahrer, die nur mehrmals im Monat ein Auto lenken sind sogar 69 Prozent im Alltag auch mit dem Rad unterwegs. 27 Prozent der berufstätigen Autofahrer radeln zumindest mehrmals im Jahr in die Arbeit, davon vier von zehn mehrmals die Woche. Erledigungen, wie etwa Einkäufe, macht jeder zweite Autofahrer auch mit dem Rad. Und jeder fünfte berufstätige Autofahrer schwingt sich für dienstliche Fahrten zumindest gelegentlich auf den Sattel.

Ausbau des Radwegenetzes gefordert

Die Bereitschaft vom Auto aufs Rad umzusteigen ist vorhanden: 55 Prozent der Alltagsradfahrer gaben an, dass sie heute Strecken mit dem Rad fahren, die sie früher mit dem Auto zurücklegten. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich fast die Hälfte der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer ist. "Ein Hindernis für den Umstieg aufs Rad ist immer wieder die mangelnde Infrastruktur zum Radfahren. Wenn die einzige Verbindung zwischen einer Siedlung und dem nächstgelegenen Ort eine Freilandstraße ist, dann wird selbst bei kurzen Strecken das Auto genommen", fordert VCÖ-Experte Gansterer den verstärkten Ausbau des Radwegenetzes in den ländlichen Regionen.
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