24.05.2016, 09:40 Uhr

Großer Zuspruch zum Salzburger Gesundheitsprogramm für Kindergartenkinder

Der hohe Mitmach-Faktor liegt nach Überzeugung von Projektleiterin Susanne Ring-Dimitriou an der starken Prozessbegleitung. (Foto: Kolarik)

Mit "SALTO" besteht in Salzburg ein Projekt, das bereits im Kindergarten gezielt gegen Übergewicht wirken soll.

Ein Jahr nach dem Start des Salzburger Gesundheitsprogramms „SALTO“ (Salzburg Together Against Obesity/ Salzburg gemeinsam gegen Übergewicht) für Kindergartenkinder fällt die Zwischenbilanz vielversprechend aus: Das von Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftlern koordinierte und wissenschaftlich intensiv begleitete Bewegungs- und Ernährungsprogramm wird gut angenommen. Das SALTO-Team unterstützt Pädagoginnen und Eltern bei der Umsetzung des Programms im Alltag mit Coachings, Workshops, Praxishandbüchern, Halbjahresplänen und vielfältigen praktikablen Tipps für einen bewegten und gesunden Kinderalltag. "Jetzt, ein Jahr nach dem Start von SALTO, sehen wir unseren Ansatz bestätigt. Die externe Evaluierung ist positiv ausgefallen. Dadurch dass wir die Pädagogen und Eltern mit Rat und Tat und alltagstauglichen Übungsbeispielen unterstützen, ihnen aber gleichzeitig auch viel Spielraum für Eigenintitiativen lassen, sind sie sehr motiviert und begeistern die Kinder für das Gesundheitsprogramm“, betont Projektleiterin Susanne Ring-Dimititrou. 300 Mädchen und Buben zwischen vier und sechs Jahren aus 10 Kindergärten in Stadt und Land Salzburg nehmen aktiv am dreijährigen SALTO Programm teil. Die Kernziele sind weniger sitzen, Förderung motorischer Fertigkeiten mehr Obst und Gemüse, reines Wasser statt süßer Fruchtsäfte als Durstlöscher trinken.

Motorische Fähigkeiten

Die erste Datenauswertung der teilnehmden Kinder hat ergeben, dass mehr Buben als Mädchen übergewichtig sind. Während bei den untersuchten Mädchen 17 Prozent über dem altersstandardisierten Normgewicht lagen, waren es bei den Buben 19 Prozent, also fast jeder fünfte, was dem Trend entspricht. Eines der überraschendesten Ergebnisse der Testung war für die Forscher, dass schon im Kindergartenalter bei den motorischen Fertigkeiten signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede zu sehen sind. Mädchen zeigen zum Beispiel bei Ballfertigkeiten („Objektkontrolle“, z.B. einen Ball mit den Händen fangen/werfen oder mit dem Fuß kicken) deutlich geringere Leistungen als Buben. Ob ein „doing gender“ dafür verantwortlich ist, darüber können die Forscher vorläufig nur spekulieren. Fakt ist aber, dass Übergewicht das motorische Fertigkeitsniveau ungünstig beeinflusst. SALTO ist ein gemeinnütziges Projekt und finanziert sich durch Förderungen öffentlicher und privater Partner ungefähr je zur Hälfte. Die Kosten für die Entwicklung, Umsetzung und die wissenschaftlichen Erhebungen beliefen sich im Jahr 2015 auf rund 170.000 Euro.

- Informationen rund um das Vorsorgeprojekt SALTO
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