24.08.2016, 09:12 Uhr

Von gratis bis 1 Euro: Der ewige Kampf ums Wasserglas

Leitungswasser kostet in manchen Gastbetrieben gar nichts, in anderen sehr viel. (Foto: bigfoot - Fotolia)

Wieviel darf Leitungswasser in Lokalen kosten? Die BezirksRundschau ging auf Lokalaugenschein.

BEZIRK. Stichprobenartig hat die BezirksRundschau in mehreren Lokalen und Schanigärten am Steyrer Stadtplatz die Leitungswasserlage erkundet. Das Fazit vorab: Drei der insgesamt sieben getesteten Wirte in der Stadt Steyr kassieren für das kühle Nass, die Preise sind zum Teil unterschiedlich. Gezahlt werden muss in der Konditorei Schmidt, im Café Hohlrieder und im Café Postmann. Sie schwanken dabei zwischen 50 Cent und einem Euro pro halbem Liter Trinkwasser, sofern man nichts anderes konsumiert. Vier Lokale – Hotel Mader, Café Werndl, Schwechaterhof und Segafredo – verlangen kein Geld für das Leitungswasser. Selbst dann nicht, wenn man nichts anderes ordert. „Wie andere Wirte das handhaben, müssen sie selbst entscheiden. Ich für meinen Teil möchte für Leitungswasser aber nichts verlangen, weil ich das als Service am Kunden empfinde“, sagt Wolfgang Pötzl vom Schwechaterhof.

„Service hat seinen Preis“

Von der Bedienung bis zur Abwasch – auch ein Glas Wasser hat seinen Preis. Diese Meinung vertritt Gerda Schmidt von der Konditorei Schmidt. „Wenn man nur Leitungswasser bestellt und sonst nichts konsumiert, muss man auch zahlen. Damit honoriert man das Service, denn die Leute setzen sich gemütlich rein und lesen Zeitung“, so Schmidt. „Wenn jemand eine Tablette nehmen muss, machen wir natürlich eine Ausnahme“, fügt Schmidt hinzu. „Wasser trinken wird immer mehr, es liegt im Trend und deswegen sollte man etwas verlangen dürfen“, betont Oberösterreichs Wirtesprecher Thomas Stockinger. Wieviel es kosten soll, liege im Ermessen jedes Gastwirts. In seinem Gasthof Stockinger in Ansfelden schlägt ein halber Liter Wasser mit 1,40 Euro zu Buche. „Wenn jemand ein kleines Glas Wasser zum Wein oder zum Kaffee möchte, bekommt er das selbstverständlich dazu. Ansonsten verlangen wir schon etwas dafür“, so Stockinger. Zwar würden beim Leitungswasser die Warenkosten wegfallen, „die Dienstleistungskosten bleiben dennoch und das sieht man dann auch in den Kalkulationen“, erklärt Stockinger. Hinzu komme noch, dass es in Ländern wie Italien ganz normal sei, etwas für ein Glas Wasser zu verlangen.

Wasser zum Kaffee

Auch in Steyr-Land ist die Situation ähnlich: Die einen verlangen, die anderen nicht. Im Landgasthaus Halusa in Neuzeug kostet ein halber Liter Leitungswasser 40 Cent, wenn nichts anderes bestellt wird. Im Café Arkade in Losenstein kostet das Leitungswasser nichts. „Ich muss aber immer schmunzeln, wenn die Leute beim Bezahlen extra noch dazusagen, dass sie auch ein Wasser zu ihrem Kaffee hatten“, schildert Inhaber Gernot Grabherr.
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