08.06.2016, 10:09 Uhr

3D-Animation aus Oberösterreich für Gotthard-Basistunnel

(Foto: mowslide.eu)

Der mit 57 km weltlängste Bahntunnel ist ein hochkomplexes Bauwerk, das zum sicheren Betrieb u.a. zwei spezielle Sonderfahrzeuge benötigt, die im Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, nach mehrjährigen Projekt- und Machbarkeitsstudien von der Firma Biprotec aus Weistrach, NÖ, konstruiert wurden.

WEISTRACH. Diese weltweit einzigartigen Spezialfahrzeuge werden im Gotthard-Basistunnel verankert und tragen den Namen „Mobiles Erhaltungstor“, kurz MET.
Die Maschinen sind jeweils 55 Tonnen schwer, 22 Meter lang und verschließen mit acht Meter Durchmesser den Tunnel fast vollständig gegen Druckschwankungen und ungewollten Luftaustausch.
Bei Erhaltungsarbeiten oder Notfällen kann durch diese mobilen sektoralen Tunnelabschlüsse z.B. Frischluft aus den Nothaltestellen in Erhaltungsabschnitte geleitet werden.

Für Fachwelt und Spezialisten produzierte "mowslide | agency | production" aus Steyr mit Unterstützung der Partnerfirma "zäsar.net" aus Pettenbach bereits 2015 eine animierte 3D-Visualisierung, die Stellprozess und Funktion detailliert erklärt.
In mehr als 850 Arbeitsstunden wurde aus digitalen technischen Konstruktionszeichnungen (CAD) und Fotos die komplexe Mechanik des MET auf einfache Weise veranschaulicht:
Das MET wird in den Tunnel eingefahren und an definierten Positionen millimetergenau per Laserkreuz ausgerichtet. Um Bautoleranzen auszugleichen, sind an vier Stellen sogenannte Anpassringe an der Tunnelwand montiert.
Zur Ableitung der Kräfte wird das Fahrzeug durch ein Spreizarmsystem an Konsolen an der Tunnelwand fixiert. Der gesamte Stellvorgang erfolgt über ein Hydrauliksystem mit eigenem Stromaggregat,
somit ist das MET auch für einen längeren Zeitraum ohne Fremdenergie im Tunnel einsetzbar.

Die 3D-Animation ermöglichte eine realistische Darstellung einer Maschine, die einerseits noch in Bau war und andererseits innerhalb des Tunnel auch sehr schwer, bzw. aufgrund des Platzmangels gar nicht zu filmen gewesen wäre.
72 Prozessorkerne mit insgesamt über 210 GHz Rechenleistung waren im Einsatz, um 50 GB an FullHD-Bilddaten zu erzeugen und den knapp zwei Minuten langen Film termingerecht fertigstellen zu können.
Premiere hatte die Animation beim World Tunnel Congress 2015 in Dubrovnik und sorgte ebenso am Swiss Tunnel Congress 2015 für einen Zustrom an Interessenten beim Messestand.

Aufgrund von NDAs (Geheimhaltungsklauseln) ist der Film vorerst nicht für das Internet freigegeben. Es gibt aber eine Auswahl an Standbildern.
Infos auf www.mowslide.eu
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