08.03.2016, 17:55 Uhr

Das Geheimnis um die Quelle der ewigen Jugend - Sage von Hildegard Stauder

Es war einmal~~~ so fangen alle Märchen an,

... es ist lange her, da lebte auf einem Bauernhof
ein Witwer mit seinen drei Töchtern.
Der Hof lag am Waldrand eines breiten Tales,
am Fuße des Hausberges.
Die Wiesen waren - außer an den frostigen Wintertagen -
von einem satten Grün mit unzähligen, bunten Wiesenblumen.

Klara, die jüngste der drei Schwestern
hatte ihre Umwelt noch nie gesehen,
denn sie wurde blind geboren
und zu allem Leid ist ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben.
Die vielen Fragen über ihre Umgebung,
welche sie ihren Schwestern stellte,
wurden denen lästig und sie wandten sich von Klara ab.

Ein treuer, vierbeiniger Freund blieb Klara: ihr Hund Struppi.
Klara's Aufgabe war es, tagtäglich die Gänse zu hüten,
wobei ihr der Hund half.

Der Weg war immer der gleiche:
vom Haus des Vaters hinüber zum Stall;
von dort folgten ihr und dem Hund
laut schnatternd die Gänse.

Täglich folgten sie dem murmelnden Bächlein,
an welchem sich die Gänse stärkten.
Das Bachwasser war für Klara und auch dem Hund ungenießbar,
denn es wimmelte von unzähligen Kaulquappen und quakenden Fröschen.

Sie gingen den Weg durch saftige Wiesen entlang
bis zum anderen Ende des grünes Tales,
wo der Schatten spendende Wald begann.

Auf einer Waldlichtung führte der Weg bei einem Felsen vorbei
aus der ein unversiegbarer Quell aus der Felsenspalte, sprudelt.
Struppi zeigte Klara den Weg, denn beide quälte der Durst.

Oberhalb des Felsens saß ein pechschwarzer Rabe.
Laut schimpfend versuchte er Klara und Struppi
von dort zu vertreiben.
Aber sie ließen sich nicht einschüchtern
und tranken durstig von dem köstlichen Nass aus der Quelle des Überflusses.
und Klara hörte den Raben sagen:
"Raab, Raab, das Geheimnis um die Quelle gebe ich euch nicht preis!"

Und immer wieder im Frühling, zur Schneeschmelze
oder bei ergiebigem Niederschlag
sprudelte auch dort - versteckt am Waldrand - eine warme Thermalquelle,
die von Klara liebevoll den Namen * das Maibachl * erhielt.

An sonnigen Frühlingstagen verweilten hier das Mädchen und ihr Hund;
sie tummelten sich in der ergiebigen, warmen Thermalquelle,
dass das dampfende Wasser nur so gluckerte und blubberte,
und in all den vergangenen Jahrzehnten genossen sie diese
befristeten Momente im warmen Wasser,
bis dass die warme Quelle wieder versiegte
und der Tümpel vertrocknete.

So vergingen viele, viele Jahre!

Der Vater war schon lange an Altersschwäche verstorben.
Die Schwestern gingen mit schleppenden Schritten,
runzelig und faltig und gebeugt umher.
Vergrämt schauten sie ihrer Schwester Klara nach
und beneideten sie um ihre Leichtfüßigkeit;
um ihre Anmut und jugendliche Schönheit!

Natürlich wusste Klara nichts von ihrem lieblichen Aussehen,
denn um sie war nur Dunkelheit.
Sie war froh und dankbar,
dass es ihr und ihrem geliebtem Hund auch im Alter noch so fabelhaft ging.

"Es gibt ein Geheimnis um Klara und dem Hund",
tuschelten die Schwestern!

Da sie aber wiederum zu träge und faul waren
um Klara beim Gänse hüten einmal einen Tag lang zu begleiten,
konnten sie das Geheimnis um die Quelle,
die wie ein Jungbrunnen wirkte,
für sich nicht finden - welches Pech für sie!

...und wenn sie nicht gestorben sind,

dann sieht man sie noch heute;
das Fräulein Klara mit ihrem Hund Struppi und einer Gänseschar
entlang des Wiesensteigs zur Quelle eilen!



Erzählerin der Sage von der Quelle der ewigen Jugend

Hildegard Stauder

... bedenke, dies ist ein Märchen von mir, auch wenn das Wasser des Maibachls belebende Wirkung hat, so wird es dir dennoch nicht die Unsterblichkeit schenken ;-)
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Barbara Stauder aus Linz | 08.03.2016 | 18:00   Melden
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Poldi Lembcke aus Ottakring | 08.03.2016 | 18:04   Melden
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Barbara Stauder aus Linz | 08.03.2016 | 18:06   Melden
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