16.03.2016, 20:00 Uhr

Schindeln aus heimischer Lärche

Thomas Lohninger putzt die Schindeln mit der Kreissäge zu, bei der Feinarbeit kommt noch das Reifmesser zum Einsatz.

Heimisches Holz von der Gebirgslärche ist das ideale Ausgangsmaterial für langlebige Dachschindeln.

UNTERACH (rab). „Für die Haltbarkeit von Schindeln ist das richtige Holz entscheidend“, weiß Thomas Lohninger aus Unterach. Der selbstständige Forstwirtschaftsmeister hat vor etwa zehn Jahren begonnen, Holzschindeln zu produzieren und zu verlegen. „Eigentlich waren die Schindeln als Lückenfüller gedacht – für die Zeit, in der im Wald keine Arbeit anfällt.“

Schindeln sind im Trend

Inzwischen machen die Schindeln bereits 60 Prozent der Aufträge aus. „Egal ob für den traditionellen ‚Lederhosen-Stil‘ oder als Blickfang auf modernen Bauten – Schindeln werden wieder beliebter“, erzählt Lohninger, der bereits die Unteracher Friedhofsmauer verkleidet hat. Sogar Pflanzkübel und Tore verziert er liebevoll mit Mustern aus verschiedenfarbigen Schindeln.

Wie erkennt man hochwertige Schindeln?

„Am besten ist eine heimische Gebirgslärche geeignet.“ Diese habe zwei Vorteile: Durch den hohen Harzanteil ist sie sehr witterungsbeständig und sie ist auch an das Klima in Österreich gewöhnt. Zudem sollten die Bäume stämmig wachsen – am besten in einem windgeschützten Tal: „Wenn die Jahresringe eng beieinanderliegen und sich die Schindeln nach dem Spalten nicht drehen, sind sie später stabiler.“ Dass die Stämme entlang der Jahresringe gespalten und nicht wie bei Brettern geschnitten werden, sei ebenso wichtig: „Nur so kann das Regenwasser über die Rillen ablaufen.“

Holz muss trocknen

Die größte Gefahr für das Holz ist nämlich der Moder: „Holzschindeln müssen immer auf eine Lattenkonstruktion genagelt werden, damit sie gut hinterlüftet sind und trocknen können.“ Damit sei auch jegliche Lasur überflüssig: „Holzschindeln können mehrere Generationen überdauern, das sieht man etwa bei alten Almhütten. Und trotzdem sind sie keine Belastung für die Natur.“
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